Verfasst von: markusgaertner | Juni 22, 2010

Kampf der Krise: Nordeuropa war damals besser

Vergleich zwischen Skandinavienkrise in den 90er Jahren und jetzt

Vancouver, 22. Juni 2010

Um es kurz zum machen: Die BIZ bestätigt den USA und Europa in diesem sehr lesenswerten Vergleich, in der Finanzkrise 2008 und 2009 früher gehandelt zu haben als die nordischen Länder während ihres Bankendesasters

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre.

Doch dafür haben die Skandinavier damals ihr Hausaufgaben deutlich besser gemacht.

Das Fazit der BIZ lautet so: In der laufenden Krise haben die Regierungen zwar früher eingegriffen – verdeutlicht durch die bunten, senkrechten Linien in den Charts – doch die Reparaturarbeiten am Finanzsystem ließen sehr zu wünschen übrig.

Hier das entsprechende Zitat aus dem Bericht:

Our analysis indicates that current policies have followed those principles in some respects, but have fallen short in other, arguably more important, ones. If anything, the authorities have intervened even earlier than in the Nordic precedent. In the current episode, the down-leg of the financial cycle had not proceeded as far and banks were further away from the point of technical insolvency. However, the underlying weakness in balance sheets has not been recognised as fully. Efforts to write down assets and induce underlying adjustment in the sector have not been as extensive. Impaired assets have been kept on balance sheets at highly uncertain, and possibly inflated, values. The conditions attached to financial support have not been as strict with respect to asset and cost reductions; if anything, they have been designed with an eye to sustaining lending. The need to reabsorb the sector’s excess capacity has taken a back seat. All this has tended to slow down resolution.

So sei die wahre Schwäche der Bankenbilanzen nicht in vollem Ausmaß erkannt worden, die Abschreibungen auf toxische Papiere seien geringer ausgefallen, und die Wackelpapiere – meist verbriefte Hypotheken und andere Derivate – seien zu inflationierten Werten in den Beständen der Geldhäuser geblieben.

Und schließlich seien die Bedingungen, die Regierungen an die Finanzhilfen für die Banken und angeschlagene Firmen aus Steuermitteln knüpften, diesmal mit schwächeren Konditionen versehen gewesen als bei der Rettungsaktion im Norden von Europa vor 20 Jahren.

Auch ein politischer Seitenhieb der BIZ bleibt nicht aus: Die Bilanzierungsregeln seien damals in Nordeuropa nicht gelockert, sondern verschärft worden.

Nachfolgend drei Charts aus dem genannten Bericht. Sie verdeutlichen anhand der bunten, von oben nach unten verlaufenden Linien, wie früh die staatlichen Korrektur- und Hilfsmaßnahmen im Verlauf des Finanzzyklus – der jeweils zum Desaster führte – ergriffen wurden.

 

GRAFIK eins: Beispiel Finnland

GRAFIK zwei: Das Beispiel USA

GRAFIK drei: Beispiel Deutschland


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