Verfasst von: markusgaertner | Juni 16, 2010

Kollaps-Warnung von Captain Barroso

Kommt ein Zusammenbruch der Demokratien

in Spanien, Griechenland und Portugal ?

Vancouver, 16. Juni 2010

Natürlich sei das nur eine „apokalyptische Vision“, beteuert Herr Barroso. Und das Szenario drohe nur, falls die Schuldenkrise nicht unter Kontrolle gebracht werde. Babylon im Süden Europas ? Das haben schon vor Herrn Barroso

viele als den Worst Case an die Wand gemalt. Aber die sind nicht so bekannt wie er, oder so präsent vor den Mikrofonen.

Die Tatsache, dass er sich damit überhaupt zitieren lässt, kann man getrost als brisant bezeichnen.

Barrosos Fahrplan in das Desaster unterscheidet sich kaum von dem, den wir hier vor zwei Wochen aufgezeichnet haben: Zinsen und Inflation schießen in die Höhe, öffentliche Ausgaben werden radikal zusammengestrichen, um die Bugdets wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Dabei gerät das soziale Gleichgewicht aus den Fugen. Proteste, Unruhen, Generalstreiks folgen. Und thailändische Verhältnisse mit der Armee in der Straße sind nicht auszu-schließen, falls das Volk gegen die überall zu beobachtende Zerstörung des Mittel-standes anhaltend protestiert und es zu größeren Ausschreitungen kommt.

In der US-Presse und den führenden Webseiten – wie hier auf www.MoneyNews.com – wurde den Äußerungen des Kommissionspräsidenten viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Den Amerikanern ist das Schuldendesaster in Europa nicht nur nicht geheuer, es wird von den amerikanischen Medien auch in allen nur denkbaren und bedrohlichen Farben als Armageddon-Szenario ausgemalt, um von den eigenen Problemen abzulenken.

Tatsache ist: Immer mehr Menschen – vor allem in den Industriestaaten des Westens – zählen zu den großen Verlierern der Krise.

Und viele von ihnen erreichen einen Punkt, wo sie gar nichts mehr zu verlieren haben, wie die Tsunami an Häuslebesitzern in den USA, denen die Hypothekenschulden so über die Ohren gewachsen sind, dass sie nun der Bank mehr schulden als das Haus noch wert ist. 

Wer wie Spanien gleich für die erste von vielen schmerzhaften Sparmaßnahmen nur eine Stimme Mehrheit im Parlament findet, wird zum Gegenstand großer Ängste. Und die verunsichern auch die Finanzmärkte, wo Future- und Derivate-Handel den Druck auf den „Club Med“ weiter verstärken.

Ein Teufelskreislauf, den Notenbankpräsidenten und Finanzminister mit ihren Beteuerungen zu Gunsten des Euro nur für einige Zeit bremsen können.


Responses

  1. […] Auch um Griechenland geht’s nochmal bei Markus Gaertner, der fragt, ob es zu einem “Zusammenbruch der Demokratien von Spanien, Griechenland und Portugal kommen könnte?”. […]

  2. Bei Barroso frage ich mich nach seiner Intention, warum er das der Daily Mail sagte. Möglicherweise sind die Staaten ja zur friedlichen Organisation fähig – und dann schadet genau das Brüssel. Indem Barroso mit dem Teufel winkt, hofft er wohl, daß die Politiker sich noch mehr Brüssel zuwenden – während gleichzeitig die EU an allen Ecken knirscht. Die Bevölkerung wird bei der Fortsetzung des europäischen Finanzdramas
    nicht dauerhaft übergangen werden können – es sei denn in einer Diktatur.


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