Verfasst von: markusgaertner | Juni 4, 2010

Der Euro hängt am Kliff

Am Freitag durchbrach die Gemeinschaftswährung 1,20 zum Greenback

Vancouver, 4. Juni 2010

Auweia: Große Sorgen um Ungarn und den Rest Osteuropas, kein Ende im Schuldendrama, neue Abschreibungswelle bei den Banken, Zoff zwischen Berlin und Paris, Gerüchte um Wackelgeschäfte mit Derivaten

bei der Société Générale.

Das war dem Euro am Freitag natürlich zu viel, er plumpste unter die psy-chologisch wichtige Marke von 1,20 zum US Dollar.

Jetzt, sagen viele Analysten und Charttechniker, ist der Weg frei bis 1,18 oder gar 1,16.

In Frankreich hatte Premier Francois Fillon sich positiv zur Parität des Euro geäußert, wobei sich das im französischen eher auf den Wechselkurs allgemein bezieht, während im deutschen die Augenhöhe zwischen beiden Währungen gemeint ist, der Gleichstand bei 1:1.

Da ließen die Meldungen über mögliche Verluste der französischen Groß-bank im Handel mit Derivaten das Fass überlaufen, zumal ein Sprecher der ungarischen Regierung die Lage in dem osteuropäischen Land als sehr ernst bezeichnete.

Selbst die zutiefst enttäuschende Meldung vom US-Arbeitsmarkt, die auf der Dollarseite ebenfalls für Schwäche hätte sorgen können, konnte die Talfahrt des Euro dann nicht mehr stoppen. Dieser fiel im nachbörslichen Handel in New York bis unter 1,1970 zum Greenback.

Auch die Nachricht, dass die Notenbanken der G20 wegen des Schulden-desasters in der Eurozone mit dem Ende der monetären Anschubmaß-nahmen warten, verlieh der Talfahrt des Euro zusätzlichen Schub.

In diese Richtung wirkte auch, dass mit Charles Evans und Dennis Lock-hart zwei hochrangige Vertreter der Fed ankündigten, wegen der Euro-turbulenzen erst später als geplant die Zinsen in den USA anzuheben.


Responses

  1. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, daß Altpapier ob mit $, £, ¥ oder € Zeichen bedruckt per se keinen Wert besitzt.
    Schlechte Arbeitsmarktzahlen aus den USA denen getürkte, real eher noch schlechtere europäische gegenüberstehen machen daran keinen Unterschied.

    Gemein ist beiden Währungsräumen, daß sie in allen Teilen vollkommen überschuldet sind, ihre Wirtschaften deflationär einer Hyperinflation entgegenstolpern und schon der nächste Infarkt eines beliebigen Mitgliedsstaates der letzte sein kann. Nur ist der Dollar der mächtigere Stapel an Altpapier; mächtig im Sinne von viel größer, schwerer und bedeutsamer.

    Wenn die Politik das schwachsinnige „Weiter-so“ durch einen intelligenten, zügigen und kapitalen Schnitt ersetzte und sich dabei von u.a. den mafiosen Strukturen der Zocker- und Finanzwelt befreite hätten wir alle die Chance zumindest einem langen Siechtum zu entkommen und mit Sinn und Ziel neu anzufangen.

    Wie war das mit dem „Lieber ein Ende mit Schrecken, als …“?

    Meinen Gruß

    caw

  2. […] MGaertner: Der Euro hängt am Kliff Am Freitag durchbrach der Euro die Marke von 1,20 Dollar. Und das obwohl der Arbeitsmarktbericht eigentlich den Dollar hätte schwächen sollen. Wie tief kann der Fall noch weitergehen und bei welcher Marke ist nun endlich ein Boden gefunden? […]


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