Verfasst von: markusgaertner | Mai 31, 2010

EZB besorgt über Eurobanken

Eurobanken müssen noch 228 Mrd. Euro Risikovorsorge betreiben

Vancouver, 1. Juni 2010

Die Europäische Zentralbank hat in ihrem neuesten „Financial Sta-bility Review“ mit Druckdatum Juni 2010 vor anhaltenden Gefah-ren für die Banken der Eurozone gewarnt. In einem detaillierten Katalog listet die EZB die Probleme auf, mit denen sich die Kreditinstitute der 16 Mitglieder umfassenden Eurozone in den kommenden Jahren herumschlagen und bis Ende 2011 noch weitere 228 Mrd. Euro für

die Risikovorsorge aufwenden müssen. Von 2007 bis 2009 hatten die Eurobanken bereits 238 Mrd. Euro dafür aufgewendet.

GRAFIK eins: Der Euroraum fällt unter jene Länder bzw. Regionen, die mit wenig Wachstum und hohen Schulden kämpfen

Zu den genannten Gefahren zählen ein sich abschwächender ge-werblicher Immobilienmarkt, Wackelanleihen für mehrere hundert Mrd. Euro, Probleme in Osteuropa sowie eine absehbare Kollision zwischen dem eigenen Refinanzierungsbedarf der Banken auf der einen und dem Kreditbedarf von Regierungen auf der anderen Seite.

Durch den Wettbewerb zwischen Banken und Regierungen um die Aufnahme zusätzlichen Kapitals an den Märkten könnten auch die Zinsen in die Höhe getrieben werden.

Und viele europäische Unternehmen, die unter geringer Profitabi-lität und hohen Schulden litten bräuchten ebenfalls neues Kapital.

GRAFIK zwei: Die Insolvenzen im Euroraum nehmen bis zuletzt scharf zu, was die Bankenbilanzen ebenfalls belastet

Die EZB scheint sich auch sehr um die kleineren Banken zu sorgen. „The continued reliance of some smaller of medium-sized euro area banks on central bank refinancing continues to be a cause for concern“.

Dem zwei Mal pro Jahr publizierten Bericht zufolge funktionieren auch manche Finanzmärkte noch nicht wieder normal. So sei die Ausgabe von Firmenanleihen seit Ende 2009 zurückgegangen, vor allem für Banken und andere Finanzinstitutionen. Auch der Markt für die Verbriefung von Krediten sei noch immer nicht zur Normalität zurückgekehrt.

Hier noch ein bezeichnendes Zitat aus dem anfänglichen Überblick des über 220 Seiten langen Berichts:

„Outside the financial system, the progressive intensification of market concerns about sovereign credit risk among theindustrialised economies in the early months of 2010 opened up a number of hazardous contagion channels and adverse feed-back loops between financial systems and public finances, in particular in the euro area. By early May, adverse market dynamics had taken hold across a range of asset markets in an environment of diminishing market liquidity. As a result, the prices of some securities tended to become detached from underlying fundamentals, and banks’ longterm funding costs were pushed to levels not seen since the time of the failure of Lehman Brothers.“
 

GRAFIK drei: LCBGs sind „large and complex banking groups, darunter die „too big to fail“-Banken – deren Risikoindikatoren entwickeln sich wieder nach oben 


Responses

  1. Naja, momentan sieht’s noch nicht nach steigenden Zinsen aufgrund des Wettbewerbes zwischen Banken und Staaten beim Refinanzierungsbedarf aus. Momentan sind die Zinsen auch noch rekordverdächtig niedrig und werden es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben. Aber sicher, irgendwann wird es auch zu deutlicher steigenden Zinsen kommen, aber wohl weniger aus dem Wettbewerb resultierend als vielmehr aufgrund des insgesamt sinkenden Vertrauens in die Rückzahlungsfähigkeiten von Staaten und Banken im Allgemeinen, was die Finanzierung allgemein verteuern wird.

  2. Davon geht in einem Papiergeldsystem die Welt nicht unter !
    http://uxmadexmyxday.wordpress.com/
    Gruss
    antonia


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: