Verfasst von: markusgaertner | Mai 24, 2010

Der langsame Tod der Fannie-Saurier

US-Hypothekenfinanzierer steigen zum

teuersten Risiko der Krise auf

Vancouver, 24. Mai 2010

Die Washington Post brachte am Montag einen brisanten Vergleich, der uns allen zu denken geben sollte: Die Hypotheken-Saurier Fannie Mae und Freddie Mac, die mittler-weile unter Regierungskontrolle stehen, sind auf dem besten

Wege, der größte Ein-zelposten in der traumatisch großen Rechnung aus der Krise für die US-Steuerzahler zu werden.

Das heißt: Größer als der Bankenbailout, größer als die Hilfen für Detroits marode Autohersteller, größer als das schwarze Loch AIG.

Und das will etwas heißen.

Der Bericht gipfelt in der Feststellung, die beiden Hypothekenfinanzierer seien von der Finanzmarktreform, wie sie der Senat vergangene Woche beschlossen hat – und wie sie im Kongress gemeinsam mit dem Repräsentantenhaus im Sommer verabschiedet werden wird – gar nicht erfasst werden.

GRAFIK eins: Kredite an den Immobilienmarkt sprudeln wie eh und je, eine Korrektur hat noch gar nicht begonnen

Niemand hat es eilig mit Aufräumarbeiten an dieser nuklearen Endlagerstätte der Immobilienbranche, weil sie als „too hard to pile“ – als zu schwierig – gilt.

Fakt ist: Fannie und Freddie drehen jetzt ein noch größeres Rad als vor der Krise, die bekanntlich durch die Turbulenzen am Immobilienmarkt ausgelöst worden war.

Die Obama-Administration will sich an diese heißen – weil galaktisch teuren Eisen – erst heranwagen, wenn sich die Finanzmärkte stabilisiert haben. Von diesem Wunschzustand entfernen wir uns aber gerade wieder, wie die jüngsten Kursstürze zeigen.

Eine Zahl sagt derzeit alles, ohne den ganzen WSJ-Artikel widerzukäuen: Fannie und Freddie – zusammen mit der Federal Housing Administration – garantierten im ersten Quartal 2010 satte 96,5% aller neuen Immobilienkredite !

Die zweite Grafik illustriert, bei wem das wachsende Risiko hängenbleibt: Beim amerikanischen Steuerzahler.

Witschaftsblätter und Blogs melden uns seit Tagen, die Gesamtrechnung der Krise falle für die US-Steuerzahler überraschenderweise doch nicht so hoch aus wie ur-sprünglich gedacht. Wer das schreibt, hat zumindest Fannie und Freddie nicht auf dem Monitor.

Und das könnte sich als die teuerste Nachlässigkeit in diesem Jahrzehnt herausstellen.


Responses

  1. Guter Bericht, danke


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