Verfasst von: markusgaertner | Mai 19, 2010

Das könnte die Europäer auf die Straße treiben

Böse Inflations-Überraschung aus Großbritannien

Vancouver, 19. Mai 2010

Das könnte das Fass zum Überlaufen bringen und die Europäer auf die Straßen trei-ben, selbst den geduldigen deutschen Steuer-Michel. Während Politiker neue Steuern ersinnen und öffentliche Ausgaben kürzen, um die Haushalte zu stabilisieren, während die Börse erneut auf Tauchstation geht und sich die Arbeitsmärkte nicht wie erhofft entspannen, kommt die nächste

Nachricht, die unseren Wohlstand bedroht.

In Großbritannien meldete am Mittwoch das Office for National Statistics eine sprung-hafte Zunahme der Inflation auf 5,3% im Jahresvergleich. Um so viel schoss der Retail Price Index, der allgemein als die beste Messlatte betrachtet wird weil er die Kosten für Miete und Immobilien einbezieht, im April nach oben.

Laut dem britischen Telegraph bietet jetzt kein einziges Sparkonto in Großbritannien mehr eine Verzinsung, die höher ist als die Teuerungsrate.  

Das ist mehr als nur ein Ausrutscher nach oben. Hier handelt es sich um sozialen Sprengstoff. Denn die Verbraucher in Europa werden bereits mit empfindlichen Spar-maßnahmen konfrontiert und müssen sich auf stagnierende Löhne oder gar Abstriche – auch bei Pensionen – einstellen.

Und das, während die Schulden weiter ansteigen und der Euro den Bach runtergeht.

In punkto Inflation ist Großbritannien zudem keine Insel. Auch auf dem europäischen Festland dürften schon sehr bald jene Kräfte, die nun die Teuerung in Großbritannien anheizen, ihre verheerende Wirkung entfalten. 

Eine Kurve mit Brisanz - die Teuerungsrate ist so hoch wie seit 1991 nicht mehr

Denn der schwache Euro sorgt für eine Verteuerung der Einfuhren zu einer Zeit, in der Politiker auf alle möglichen Produkte Steuern aufschlagen, um die klaffenden Budget-löcher zu stopfen: In Großbritannien trägt Alistair Darlings jüngster Haushalt dazu bei, indem er die Preise für Alkohol und die Unterhaltung von Autos treibt.

Als Zyniker könnte man jetzt sagen: Auweia, die höheren Spritpreise in der Wein- und Bierabteilung verderben den Briten das Kampfsaufen und machen sie auch noch nüch-tern für das ganze fiskalische Schlachtfest, das nun einsetzt.

Für die Briten kommen auch noch kräftig gestiegene Kosten für das mobile Telefonie-ren hinzu sowie – wie für alle Europäer wegen des schwachen Euro – ordentlich gestiegene Benzinpreise.

Mehr noch: Im Falle Großbritanniens übersteigt die Teuerungsrate nun um ein Mehr-faches die Lohnentwicklung. In den vergangenen 12 Monaten nahmen die Gehälter und Löhne um 1,9% zu, nur ein Drittel so schnell wie die Kosten für die Lebenshaltung.  

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Responses

  1. Die britische Mittelklasse verarmt seit Jahrzehnten. Im Moment sind Teile der „Upper class“ dran, der Schwenk der letzten Wahl in GB
    ist Zeichen der Orientierungslosigkeit.
    Wer mal durch die ‚Slums von London‘ (riesige Stadtteile ohne echtes Einkommen) gelaufen ist, der weiß, welcher Sprengstoff dort auf den Straßen unterwegs ist.
    Die bürgerliche englische Freiheit ist zur Fata Morgana verkommen.

  2. Wenn jetzt die Inflation ansteigt, werden dann nicht auch die Zinsen steigen müssen, bzw. der Markt nach höheren Zinsen verlangen?

    Geht von hier nicht eine enorme Gefahr aus?

    Und wie passt das mit der Theorie des Debitismus zusammen, wenn nun die Inflation doch merklich ansteigt?

    Sollte sie doch nicht, oder?


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