Verfasst von: markusgaertner | Mai 13, 2010

CNBC triumphiert, die Anleger würgen

Die Bullen feiern Wiederauferstehung, der Rest

des Marktes bibbert

Vancouver, 13. Mai 2010

Was haben sie gegrinst auf CNBC, die Aktien-Puscher um den Börsen-Jihaddisten Jim Cramer, gestern am Donnerstag, als der Dow eine Stunde vor dem Ende der Sitzung lediglich 40 Punkte im

Minus war. Am Ende waren es -114 Punkte, aber das störte die Jubelchöre auch nicht sonderlich.

Sie haben ja gerade wieder einen schönen Reibach gemacht. Wie so oft – fast immer – in den vergangenen Monaten hat der Leitidex in New York plötzlich in der letzen Stunde des Handels einen kräftigen Pusch nach oben oder unten bekommen. Viele wurden auf dem falschen Fuß erwischt und konnten nicht schnell genug reagieren. Zu dumm aber auch, wenn man sich noch immer keinen Supercompter fürs Traden zugelegt hat.

In typischer Manier wurde die Wahrheit auf den Kopf gestellt: Der Dow auf dem Weg zum größten Wochenplus seit Juli 2009, kommentierten die stets wohlgelaunten Wall Street-Chöre vom Parkett und aus jenem CNBC-Newsroom, wo man es mittlerweil als per-sönliche Beleidigung empfindet, wenn der Dow mit einem Minuszeichen endet.

GRAFIK eins: Die beiden Hochs des S&P 500 im laufenden Jahr

Die beiden Hochs des S&P im Januar und April 2010

Am Montag hatten es die Bullen dem Rest der Welt ja wieder so richtig gezeigt. Das monumentale Plus von mehr als 400 Punkten war ein Manifest: Hier geht´s lang, nach oben, und sonst nirgends hin, BASTA !

Wie gut, dass es noch Leute mit gutem Gedächtnis und klaren Gedanken gibt.

Zu ihnen gehört David Rosenberg, den ich in dieser Woche schonmal hier vorgestellt habe. Der ehemalige Amerika-Chefökonom von Merrill Lynch hat sich die Mühe ge-macht, alle bisherigen Ausschläge des Dow Jones Index auf einer Zeittafel abzubilden.

GRAFIK zwei: David Rosenbergs Liste der Dow-Ausschläge über 400 Punkte

Die Ausschläge des DOW JONES INEX über 400 Punkte

Resultat: Es gab seit dem Mai 2000 immerhin 16 davon. Und 12 davon entfallen auf die Zeit von März bis November 2008, als die Kreditblase gnadenlos zu platzen begann.

Die anderen vier fallen in die Zeit, als zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts die Dotcom-Blase platzte.

Im Klartext: Bei solch heftigen Ausschlägen ist äußerste Vorsicht geboten, äußerste Zeit, die Chips vom Tisch zu nehmen, wie es Rosenbeg formuliert.

GRAFIK drei: Die beiden Hochs, die der S&P im Juli und Oktober 2007 ausformte

Die beiden Hochs des S&P im Juli und Oktoberl 2007

Was auffällt, wenn man die Fieberkurve des S&P drei Jahre rückwärts liest: Das dies-jährige Doppel-Top das bei den Hochs im Januar und April gebildet wurde (siehe Grafik), ähnelt auffallend jenem, das der S&P im Juli und Oktober 2007 markierte (siehe Grafik).

Was danach geschah wissen wir alle noch: Der S&P plumpste von 1.500 auf unter 800 ….

Die Nachrichten, die wir gestern und heute dazu aus allen Teilen der Welt bekamen, lassen ohnehin keinen Optimismus aufkommen: China will eine strenge Immobilien-Steuer einführen —- das Wachstum im Euroraum enttäuscht im 1. Quartal — in Spanien planen die Gewerkschaften wegen der – nicht einmal sonderlich üppigen – Sparpläne von Herrn Zapatero einen Generalstreik —- in den USA bleiben Arbeitsmarkt und Immbiliensektor schwach, während der Euro weiter und weiter sinkt, Öl schwächelt und Gold sich nach Norden auf und davon macht.


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