Verfasst von: markusgaertner | Mai 12, 2010

Druck auf die Ölpreise hält an

 Das Ölangebot wächst schneller als die Nachfrage

Vancouver, 12. Mai 2010

Mittel- und langfristig führt an höheren Ölpreisen kein Weg vorbei. Doch in den kommenden Monaten werden die Notierungen für das schwarze Gold zunächst unter Druck bleiben. Hier die Zahlen aus der jüngsten Prognose

der Internationalen Energieagentur (IEA) vom 12. Mai:

–   Der Preissturz Anfang Mai von mehr als 10 USD je Barrel war die schärfte Korrektur in einer Woche seit 18 Monaten

–   Die globale Ölnachfrage wird für 2009 und 2010 um 190.000 Barrel pro Tag nach UNTEN korrigiert. Das ist lediglich ein Fünftel von einem Prozent des Tagesverbrauchs auf dem Globus, aber das Vorzeichen hat Bedeutung

–   Das erwartete Wachstum aufgrund der globalen wirtschaftlichen Erholung wird aus der Sicht der IEA mehr als aufgewogen von den jüngst gestiegenen Preisen 

–   Die Zunahme der Förderung um 800.000 Barrel pro Tag im Schnitt von 2010 ist die stärkste seit 2004; sie bleibt von der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko laut IEA unberührt

–  Die Vorräte an Land und in Öltankern, die irgendwo in Häfen und auf dem Meer vor sich hintreiben, nehmen weiter zu

So, dazu mein unbedeutender Senf:

Nach Einschätzung vieler Beobachter wird nicht nur die Raffineriekapazität in den kommenden Monaten zu nehmen, sondern auch die OPEC-Kapazität. Die „spare capacity“ der Fördergruppe nahm im Kalenderjahr 2009 bereits von 1,5 Mill. Barrel auf 4,4 Mill. Barrel proTag zu.

Das wird dem Preisauftrieb enge Grenzen setzen. Die Märkte scheinen das ähnlich zu beurteilen.

Am Mittwoch gab der Ölpreis totz der starken DOW-Rally einen Dollar nach.

Die weltweite Produktion von Öl nimmt seit dem 4. Quartal wieder stärker zu und hat den Anstieg des Verbrauchs überflügelt.

Die Zunahme des Ölverbrauchs wird – wie die globale wirtschaftliche Erholung – von den Schwellenmärkten, vor allem China, getragen. Doch in China zeigen die Restriktionen des Staatsrates für den Immobilienmarkt erste Schleifspuren.

Die IEA scheint im Verlauf dieses Jahres laut ihren Charts (siehe GRAFIK „China Oil Demand“) in China keinen weiteren Anstieg des Ölkonsums über die Werte des 1. Quartals hinaus zu erwarten.

Auch für die USA wird kein spürbarer Anstieg erwartet. Auch Europas Schulden-probleme und sein schlappes Wachstum im 1. Quartal lassen keinen  Verbrauchssprung auf dem Alten Kontinent erwarten. 

Die folgenden Grafiken stammen aus dem jüngsten  „Oil Market Report“ der IEA  (www.oilmarketreport.org)

GRAFIKEN eins und zwei (von der IEA) verdeutlichen, dass die Produktion derzeit schneller wächst als der Verbrauch

GRAFIK drei: Das Ölangebot hat nach kurzem Einbruch rasch wieder das Niveau von Anfang 2008 erreicht:

GRAFIK vier: Der Verbrauch soll im 2Q2010 leicht nachlassen und für ganz 2010 nicht das Angebot übersteigen 

GRAFIK fünf: In China erwartet die IEA für den Rest des Jahres keinen steigenden Konsum 

GRAFIK sechs: Auch in Nordamerika wird im weiteren Jahresverlauf kein Konsumanstieg gegenüber 2009 oder dem 1. Quartal 2010 erwartet


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