Verfasst von: markusgaertner | Mai 12, 2010

Die unlösbare Aufgabe der EU

Spanien und Großbritannien präzisieren weitere Sparmaßnahmen für das EU-Bailout-Paket

Vancouver, 12. Mai 2010

Die Zukunft der EU entscheidet sich nicht an Griechenland, sondern an einer banalen Preisfrage: Wie schafft es Spanien, bei 20% Arbeitslosigkeit genügend zu sparen um das Defizit zu eliminieren, aber

nicht geichzeitig die Konjunktur völlig abzuwürgen ?

Wenn dem spanischen Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero dieser Drahtseilakt ohne Absturz gelingt, gibt es noch eine Chance.

Auszug aus dem Telegraph:

Aber nachdem Zapatero am Mittwoch seine zusätzlichen Sparpläne im Umfang von 15 Mrd. Euro präsentiert hat, sieht es nicht sonderlich gut aus.

Das Aussetzen automatischer Pensionserhöhungen, eine Gehaltsreduktion von 5% für Staatsdiener, weniger öffentliche Investitionen und 13.000 entlassene Beamte werden bei weitem nicht reichen. Auch wenn die Regierung zuvor schon Einsparungen im Umfang von 50 Mrd. angekündigt hatte.

Auch in Irland wird auf die Kostenbremse getreten

Kein Wunder, wenn EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn das Sparpäckchen von Zapa-tero sehr zurückhaltend mit den Worten kommentiert, es „scheint in die richtige Richtung zu gehen“.  Ein abschlißendes Urteil, so Rehn, könne man erst abgeben, wenn alle Details bekannt seien.

Schuldenverwalter oder politische Gestalter ? Der neue britische Premier David Cameron mit seinem Vize und Koalitionspartner Nick Clegg:  

Europas fünftgrößte Volkswirtschaft ist im ersten Quartal um schlappe 0,1% ge-wachsen. Spanien ist die letzte große Wirtschaftsnation, die sich von der Rezession durch erste Wachstumszahlen befreit. Im Jahresvergleich zu 1Q2009 ist das Quar-talsergebnis 1,3% schwächer.

Fällt Zapatero nicht mehr ein ? Sicher.

Doch die Wahrheit ist: Mehr kann er seiner schwachen Wirtschaft nicht zumuten. Hier wird deutlich, wie erbarmungslos eng die Zwangsjacke sitzt, aus der sich die PIIGS nun mit einer Geduld herauswinden müssen, die westliche Politiker schon lange nicht mehr unter Beweis gestellt haben.

Die Schlagzeile von Reuters zu Spaniens Sparproramm

So ähnlich muss man auch die Sparmaßnahmen sehen, die der neue britische Premier David Cameron am Mittwoch bekanntgab. Auf der Insel hat die Arbeitslosigkeit mit 8% ein 16-Jahreshoch erreicht. Allen in den drei Monaten bis März kamen 53.000 Ar-beitslose hinzu.

Im laufenden Jahr will Cameron zusammen mit seinem Koalitionspartner, den Libe-ralen Demokraten, im öffentlichen Sektor sechs Mrd. Pfund einsparen.

Investmentlegende Jim Rogers sieht in dem EU-Bailout den letzten Nagel im Sarg des Euro

Das sind gerade einmal 1% von den Gesamtausgaben im laufenden Staatshaushalt, oder ein Siebtel des Ausgabenzuwachses im nächsten Budget. Gleichzeitig kündigte die neue Regierung ein Wachstumspaket von 2,5 Mrd. Pfund an. Wie dies Großbri-tannien entscheidend voranbringen soll, ist mir ein Rätsel.

Wie bis zum Finanzjahr 2014/15 rund 100 Mrd. Pfund gespart werden sollen, verbirgt sich ebenfalls sorgsam im Nebel an der Themse.


Responses

  1. GutenTag Herr Gaertner.

    Gut zusammengefasst.

    Ich erwarte ein Szenario, in dem der EURO zerbröselt, der Kampf um die weichste Währung (>export) fängt ja gerade erst an; das Pfund und der Schweizer Franken können dann die Gegenspieler, der „safe heaven“ sein. Dazu passt die mindestens vorläufig, galant den Schein wahrende Koalition in GB im Gegensatz zu den schwachen (Pat-)Regierungen im Rest Europas. Bis Cameron und Clegg Zeit haben werden, sich zu streiten, werden sie das tunlichst unterlassen, weil ein richtig unter Druck stehender EURO und ein starkes Pfund das Leben in UK zügig erleichtern werden…

    Na dann!

    caw


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: