Verfasst von: markusgaertner | Mai 11, 2010

Quiekende Schweinchen

Wo wären die PIIGS ohne ihr Defizit ?

Vancouver, 11. Mai 2010

Ich habe mir kürzlich eine neue Frühstücksdiät zugelegt: „Breakfast with Dave“, eine tägliche Reflexion von David Rosenberg, dem ehemaligen Chefökonom für Amerika bei Merrill Lynch. Das bis zu acht Seiten lange, aber mit Informationen dicht gefüllte Papier, für dessen Empfang man sich auf der Webseite registrieren kann, ist ein intellektueller Streifzug

durch die Kapitalmärkte, ausgehend von den aktuellen politischen Ereignissen.

Rosenberg hat in seiner neuen Firma Gluskin Sheff in Toronto offenbar ein klasse Team, das ihm zuarbeitet und viele Daten interpretiert.

In der heutigen Ausgabe legt er dar, wie das aktuelle Wachstum der PIIGS-Staaten aussehen würde, könnten sie derzeit die Maastricht-Kriterien einhalten und würden höchstens ein Budgetefizit von 3% des BIP ausweisen.

Um dorthin zu gelangen, müssten sie ausnahmslos drakonische Sparmaßnahen ein-leiten oder die bereits ergriffenen enorm verschärfen. Die Folge wäre gedrosseltes Wachstum.

Der Befund: Europas Wachstumsrate würde bis 2013 jeweils einen Prozentpunkt nie-driger ausfallen. Im Falle Irlands wären vier Prozentpunkte abzuziehen, bei Griechen-land 3,5. In Spanien wären es 2,8 Prozentpunkte, in Portugal 2,2 und in Italien 0,8.

Keine „Picknick“ würde Rosenberg auch für Frankreich erwarten (1,5%), 1% in Belgien, 0,8% jeweils in Deutschland, den Niederlanden und Österreich.

Anmerkung: Mir kommen die Zahlen teilweise etwas klein vor.

Mögliche Begründung: Rosenbergs Team hat die umfangreichen und komplexen Be-rechnungen auf Basis 2009 angestellt. Weil sich die Defizit-Lage 2010 deutlich wei-ter eintrübt, dürften die BIP-Bremsspuren inzwischen größer ausfallen.

Hier das entsprechende Zitat von „Dave“ 

„We did some in-depth analysis on how the economies of the „PIIGS“ (Portugal, Italy, Ireland, Greece and Spain) countries (and the rest of Europe) would fare if deficit-to-GDP ratios were to revert back to the Maastricht criteria of 3%. The adjustment will be painful for Europe in general, slicing off about 1% GDP growth annually over the next three years, and very painful for the PIIGS specifically. If these countries’ fiscal ratios were return to 3%, Ireland would see four percentage points (ppts) shaved off nominal GDP annually over the next three years, Greece 3.5ppts, Spain 2.8ppts, Portugal 2.2ppts and 0.8ppt for Italy. It would not be a picnic for the rest of Europe, where many countries were running deficits greater than 3% of GDP in 2009. We estimate that fiscal cuts will shave about 1.5ppts off France’s nominal growth, 1.0ppt for Belgium, and 0.8ppt for the Netherlands. Austria and Germany would only have to endure 0.2ppt and 0.1ppt lower GDP growth, respectively, to bring their ratios back in line with targets. Finland is the only country with a GDP deficit under 3% (using 2009 data).“  


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