Verfasst von: markusgaertner | Mai 5, 2010

Worauf die Hedgefonds wetten

Spieglein, Spieglein in den Wolken, wer wird als nächstes gemolken ?

Vancouver, 5. Mai 2010

Blicke über den eigenen Tellerrand sind wichtig. Aber Blicke in die eigene (Anleger)zunft auch. Was machen die anderen an der Börse, vor allem die Profis ? Und unter denen, was machen die, die auf der Jagd

nach den höchsten Renditen sind, die Hedgefonds ?

Die Societe Generale gibt in ihrer Serie „Monthly Asset Allocation“ den „Hedge Fund Watch“ heraus, eine Übersicht der Währungen, Aktien, Bonds und Rohstoffe, auf die sich die Hedgefonds derzeit stürzen – oder auch nicht.

In der jüngsten Ausgabe hebt das Papier folgendes hervor: Die Nasdaq bleibt das bevorzugte Anlageziel, um am Wachstum in den USA zu partizipieren. In Bezug auf den Nikkei sei das Interesse niedrig, aber wachsend.

Bei den Währungen seien die Hedgefonds gegen den Yen in Stellung gegangen, dagegen kauften sie im großen Stile US Dollars, und das gegen alle wichtigen Währungen.

Ist das die Rückkehr der Angst, die erneute Flucht in den sicheren Hafen, wie vom heftigen Ausschlag des VIX-Index zu Wochenbeginn verdeutlicht ?

Bei den Bonds ist die Botschaft ofenbar ganz klar: Noch nie seit man bei SG diese Serie aufgelegt hat (2005) haben Hedgefonds so viele Positionen gegen die 10-jährige US-Anleihe aufgebaut wie derzeit. 

Die Schlussfolgerung von SG aus dieser Beobachtung: Wachsende Inflationssorgen und die Erwartung, dass Ende 2010 die Fed die Zinsen anheben wird.

Gaertner´s Blog erlaubt sich, dagegen Einspruch zu erheben. Ausnahmsweise glauben wir Herrn Bernanke, dass er die Zinsen auf unbestimmte Zeit auf rekordniedrigem Niveau halten will, weil die US-Konjunktur einfach zu schwach ist – und bleibt.

Für Inflation ist vorerst kein Raum, wie an dieser Stelle gestern ausführlich erörtert – „Warum Deflation die Oberhand gewinnt“.

Mit Blick auf Energie- und Rohstoffwerte fällt in der Aufstellung der SG deutlich auf, dass die Hedgefonds ganz klar auf steigende Gold- und Kupfernotierungen wetten, aber auch sicher sind, dass der Ölpreis weiter anzieht. Hier sprechen die abgebildeten Kurven eine klare Sprache.

Um unserer Argumentation treu zu bleiben: Ja, das sehen wir auch so, aber nicht kurzfristig.

In den kommenden Monaten wird das Schuldendebakel der EU sowie die Brems-manöver der Chinesen und enttäuschende Konjunkturzahlen aus den USA den Deckel draufhalten: Schwache Aktien, erneute Rally bei den Bonds, stärkerer Dollar, Korrektur bei den aufgeblähten Rohstoffwerten.

Erst wenn da einigermaßen die Luft rausgelassen wurde und sich am Anleihemarkt die lange erwartete Korrektur mit steigenden Zinsen abzeichnet, dann gehen wir in Roh-stoffe und raus aus dem Dollar.

GRAFIK eins: „Hedge Funds have turned strong net sellers of the Yen“. 

GRAFIK zwei: Rekordhohe Positionen auf sinkende Anleihekurse, also steigende Zinsen

GRAFIK drei: Auf die Aktien des S&P 500 wird von den Pumpspekulanten derzeit nicht viel gegeben ….

GRAFIK vier: Auf den Euro wird derzeit keine müde Mark- ooops, Dollar – gesetzt, Abwärtswette ….

GRAFIK fünf: Gold steht eindeutig hoch im Kurs ….

GRAFIK sechs: Kupfer glänzt, zumindest in den Augen der Hedgies …..

GRAFIK sieben: Genauso die Einschätzung beim Öl: Fly baby, fly ….


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