Verfasst von: markusgaertner | April 30, 2010

Chinas Börse signalisiert Rohstoffkorrektur

Der Shanghai-Index – 72% Korrelation zum CRB – beginnt scharfe Korrektur

Vancouver, 30. April 2010

Chinas starkes Gewicht am Rohstoffmarkt ist oft beschrieben worden. Wir haben an die-ser Stelle in der laufenden Woche schon den Einfluss von Europa an den Energie- und den Metallmärkten analysiert. Die Turbulenzen in Europa werden, wenn sie das ohnehin schon schlappe BIP-Wachstum der vergangenen Monate verlangsamen und in eine neue Rezession

umkehren, auch auf China zurückschlagen.

Dort greift die Regierung seit kurzem am Immobiliensektor hart durch, um ein Über-laufen des Kessels zu vermeiden. An der Börse hat das für einige Ernüchertung gesorgt.

Die chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen – der erste Markt, der Ende 2008 auf Tauchstation ging – haben vom jüngsten Hoch bereits 15% eingebüßt und sind vom Zwischenhoch in 2009 nun fast 20% entfernt. Der Shanghai Composite hat im abgelaufenen Monat über 8% verloren, seit Jahresbeginn hat er 12,5% eingebüßt.

Für China ist Europa der größte Exportmarkt. Daher wird das Griechenland-Fiasko und die ebenfalls schon wackelnden Dominos Irland, Spanien und Italien am Ende auch Chinas Ausfuhren dämpfen, wenn Europa in der Folge des Schuldendramas erneut den Rückwärts-gang einlegt.

Die Turbokonjunktur Chinas könnte – wie von Norbert Walter in dieser Woche hier im Blog ausgeführt – ihr Tempo halbieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Korrelation zwischen dem Börsenindex in Shanghai und dem CRB Commodity Spot Price Index, auf die David Rosenberg, der ehe-malige Amerika-Chefökonom von Merrill Lynch, jetzt hingewiesen hat. Sie beträgt 72%. Zum Ölpreis liegt dieser Wert gar bei 80%

Die Kurve der Rohstoffpreise folgt dem Shanghai-Index mit etwa vier Monaten Ver-zögerung, was auf eine sehr baldige Korrektur der Rohstoff-Notierungen schließen lässt.

Europa schlapp, China im Bremsmodus: Das leuchtet ein, auch wenn die Natur-katastrophe im Golf von Mexiko zunächst die Ölpreise anziehen lässt.

Übrigens: Auch im direkten Vergleich mit dem S&P 500 verheißt der Shanghai Composite angesichts der ebenfalls recht hohen Korrelation nicht Gutes:

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