Verfasst von: markusgaertner | April 29, 2010

Griechenland – Wer bietet mehr ?

Griechenland zum ersten, zum zweiten …

Der „Monster Bailout“ wächst jede Minute

Das jüngste Höchstgebot liegt bei 800 Mrd. Dollar für die ganze Eurozone/ „Buy One Get Three for Free“

Bei der Lektüre der Analysen zum Griechenland-Bailout fragt man sich, was schneller wächst: Die Verwirrung oder die Zahlen zu den Gesamtkosten eines Rettungspaketes. Bevor Regierungen und Parlamente in den EU-Ländern endgültig grünes Licht gegeben haben, schießen Vermutungen und halbwegs seriöse Berechnungen

ins Kraut, wie hoch die Rechnung am Ende schließlich ausfallen könnte.

Dabei entsteht zunehmend der Eindruck, es könnte am Ende sogar gleich ein Rettungs-paket für mindestens vier Staaten geschnürt werden – Griechenland plus Irland, Por-tugal und Spanien – um den kreisenden Geiern an den Kapitalmärkten keine Beute zu erlauben.

Obwohl sich das noch jede Stunde ändern kann, hier die bislang kursierenden Zahlen:

1   Laut Wirtschaftsminister Rainer Brüderle vom Mittwoch könnte das Hilfspaket für Griechenland – von EU und IWF addiert – 135 Mrd. Euro umfassen

2   Die Opposition im Bundestag hat durch Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne) früher in dieser Woche eine Schätzung von 120 Mrd. Euro abgegeben

  Der Analyst Christopher Wood bei Credit Lyonnais Securities Asia veranschlagt in seinem Newsletter „Greed & Fear“ die „Monster Bailout Package“ für Griechenland mit 100-120 Mrd. Euro

  Am 20. April hatte Bundesbankchef Axel Weber laut Reuters eine Summe von bis zu 80 Mrd. Euro in den kommenden Jahren genannt

  Der Chefökonom für Europa bei Goldman Sachs, Erik Nielsen, schätzt den Kapital-bedarf von Griechenland aus einem Hilfspaket auf mehr als drei Mal so viel wie von IWF und der EU angeboten, möglicherweise bis zu 200 Mrd. Dollar

6   David Mackie, der Chefökonom für Europa bei JPMorgan, der das Fiskalvirus von Griechenland wie einen „Ebolavirus für die EU“ sieht, erwartet für die EU eine Rech-nung von bis zu 600 Mrd. Euro, um das Problem für die ganze Gemeinschaft zu lösen

Hier kommt die Idee, das Problem auf einen Streich für die ganze Gemeinschaft als „multi-country bailout“ zu lösen, ins Spiel.

Offiziell wird darüber in der EU bislang noch nicht gesprochen, obgleich man sich kaum vorstellen kann, dass eine solche Auffanglösung in den Erörterungen keine Rolle spielen soll.

Laut Mackie sieht die Sache so aus: „Es ist wohl an der Zeit für Euroland, etwas viel dramatischeres zu unternehmen, um den Stress nicht in eine weitgefächerte Finanz-krise ausbrechen zu lassen, die die ganze Region zurück in eine Rezession stoßen könnte“.

Die Zahlen für die einzelnen Domino-Länder, die Griechenland folgen können, sind, wenn ich das richtig verstanden habe, so:

Portugal:  Weil dort die Swap-Raten bereits kräftig in die Höhe geschossen sind, könnte das Land, wenn es völlig aus dem Kapitalmarkt ausgeschlossen würde, 58,5 Mrd. Euro benötigen

Irland:  Muss bis 2012 „nur“ 19 Mrd. Euro Schulden ablösen, bzw. refinanzieren, aber durch Budgetdefizite könnten bis 2012 noch 31 Mrd. hinzukommen. Das Land hat im laufenden Jahr am Kapitalmarkt 12 Mrd. Euro aufgenommen, was eine Lücke von 38 Mrd. Euro bis 2012 lässt

Spanien:  Dort müssen bis Ende 2012 rund 264 Mrd. Euro Schulden refinanziert werden und weitere 154 Mrd. Euro Kapitalaufnahme könnten benötigt wer-den, um die Haushaltslöcher zu schließen. 71 Mrd. wurden seit Januar aufgenommen, was noch eine Lücke von 347 Mrd. lässt

Wenn man dazu die von Herrn Brüderle veranschlagten 135 Mrd. addiert, käme man auf 578 Mrd. Euro Kapitalbedarf, um den Wackelkandidaten die nötigen Anleihen abzukaufen oder zu garantieren. Wieviel davon am Ende im Feuer steht, das wissen nichtmal die Finanzminister.


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