Verfasst von: markusgaertner | April 15, 2010

Bänker auf der Flucht

„Come to me“, sagte der Hypothekenchef

von JPMorgan – und flüchtete

Vancouver, 15. April 2010

Der Vorgang ist bezeichnend und traurig zugleich. Ortstermin US-Kongress am Dienstag. Anhörung im einflussreichen House Financial Services Committee, geleitet von dem Demokraten Barney Frank. Es ging darum, wie die US-Banken jenen Hausbesitzern helfen, die „under water“ sind, der Bank also mehr schulden als das Haus

noch wert ist.

Barney Frank wandte sich in der Anhörung an David Lowman, den Hypothekenchef bei Amerikas zweitgrößter Bank – der JPMorgan Chase & Co – und bat ihn um Auskunft, an wen sich verzweifelte Hausbesitzer denn wenden könnten wenn sie den Eindruck hätten, dass ihnen von den Bankangestellten nicht geholfen wird.

„Come to me“, schoss es aus dem CEO von JPMorgan´s Hypothekenzweig heraus.

Minuten später, als die Sitzung für beendet erklärt wurde, stürzten sich aus den Zu-hörern etwa 50 Hypothekenkunden auf den Topmanager und baten um die versprochene Hilfe. In der Hand hatten sie ein sechs Seiten langes Dokument.

Es war mit Hilfe der Neighborhood Assistance Corporation of America (NACA), die Hausbesitzer vor Zwangsversteigerungen bewahren hilft, vorbereitet worden.

Dem Papier zufolge schloss sich JPMorgan 2009 dem NACA-Programm zur Hilfe für kreditbedrängte Hausbesitzer zunächst an, stieg aber im Dezember wieder aus.

Doch Lowman wandte sich von den Hilfesuchenden schlicht ab und verließ den Saal, noch unter den Augen der erstaunten Abgeordneten.

Er rannte, er rannte wie ein Hund mit dem Schwanz zwischen den Beinen„, illustrierte Bruce Marks von der NACA den denkwürdigen Abgang Lowmans.

Das Video zeigt den ganzen – vielsagenden – Vorgang. 

Die Fakten dazu: Am Donnerstag meldete das US-Finanzministerium, dass sich im März die Zahl der Hausbesitzer, die mit ihrer Hypothek trotz Hilfe aus dem Modifika-tionsprogramm der Obama-Administration in Verzug gerieten, gegenüber dem Vormonat verdoppelte.

Die Zahl der Fälle stieg von landesweit 1.499 im Februar auf 2.879 an.

Etwa sieben Millionen Haushalte in den USA sind inzwischen mit Hypothekenzahlungen in Verzug.

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