Verfasst von: markusgaertner | April 12, 2010

Vielsagende Weigerung

US-Ökonomen wollen Ende der Rezession

noch nicht ausrufen

Vancouver, 12. April 2010

Die vielsagendsten Statements sind bekanntlich oft jene, die auf der Zunge kleben bleiben. Die Experten des National Bureau of Economic Research bezeichneten es am Montag als „verfrüht“, das Ende der Rezession auszurufen. Mich erinnert das sofort an die jüngsten „Minutes“ der Fed-Sitzung vom 16. März. Sie wurden vergangene Woche freigegeben. Dort lauscht man

zwischen den Zeilen einer Notenbank, die ziemlichen Bammel vor dem Double-Dip hat.

Beides zusammen get´s me concerned ! Auch wenn Konjunktur-Pessimisten längst auf der Liste der aussterbenden Arten gelandet sind.

Doch sowohl die Fed (siehe Gaertner´s Blog vom 6. April / „Wenig Wachstum bei viel Gegenwind“) als auch die Rezessions-Beschauer haben guten Grund zu zögern.

GRAFIK eins: Die Anträge auf Arbeitslosengeld nahmen zuletzt zu.

Offiziell wollen sie warten, bis sich der Staub gelegt hat. Und die Green Shoots-Markt-schreier beeilen sich auch mit dem Hinweis, es habe nach früheren Rezessionen oft mehr als ein Kalenderjahr gedauert, bis der Tiefpunkt der Talfahrt offiziell markiert und ausgerufen wurde.

So macht es sich das Bureau of Economic Research auch ziemlich einfach, wenn es seine Weigerung, der kursschiebenden Wall Street-Mafia einen großen Gefallen zu tun, mit unausgereiften Indikatoren erklärt.

Man muss ja wirklich nicht lange suchen, um die faulen Tomaten im Garten zu finden:

–  der Immobilienmarkt bleibt äußerst schwach / im Gewerbesegment tobt sich der Orkan noch aus

–  der Anstieg der Öl- und Benzinpreise belastet die US-Verbraucher mit 12 Mrd. Dollar Mehrkosten pro Monat

–  die Arbeitslosigkeit geht trotz der steigenden Zahl neuer Jobs nicht zurück / Langzeitarbeitslosigkeit wird ein großes Problem

–  die Einkommen stagnieren, während der Konsum schneller wächst als das BIP (ein konjunkturelles Hohlraumgeschoss !)

–  die Ausfallraten auf Kreditkarten und Konsumentenkredite steigen noch immer

GRAFIK zwei: Die Zinskurve beginnt sich aufzubäumen …

GRAFIK drei: Die Rally der Energie- und Rohstoffpreise wirkt wie ein umgekehrtes Konjunkturprogramm

GRAFIK vier: Der Kreditzyklus bleibt mausetot. Oder, wie die Ökonomen sagen: Der Multiplier signalisiert noch keine Wende. Too bad ….

Alle Charts stammen von der Fed in St. Louis.

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