Verfasst von: markusgaertner | April 6, 2010

PIMCO´s Währungsstars

Nach Ostern sorgt eine Empfehlung von PIMCO

für Furore

Vancouver, 7. April 2010

Der größte Bond-Investor der Welt, die Pacific Investment Management, hat am Dien-stag zu verstehen gegeben, dass er die Währungen von Australien, China, Kanada und Brasilien favorisiert. Der Grund liegt auf der Hand und wurde in die Wechselkurse der besagten Währungen zu einem guten Teil schon eingebaut: Während Europa und die USA sich nur langsam

von der ausklingenden Krise lösen, steht für die rohstoffhungrigen Schwellen-länder ein höheres Wachstum ins Haus.

Der Internationale Währungsfonds sagt den Schwellenländern für 2010 einen BIP-Zuwachs von 6% vorher, während die Prognose für die Industrieländer mit 2,1% Wachstum eher bescheiden ausfällt.

Der PIMCO-Fondsmanager Paul McCulley rät daher sogar, Euro, britisches Pfund und Yen in den kommenden Monaten unterzugewichten.

Die Meldung verlieh den sogenannten Rohstoff-Währungen – dem Real, dem Aussie-Dollar und dem kanadischen „Loonie“ – am Dienstag einen zusätzlichen Push.

Der Loonie übersprang die Parität zum Greenback und beschloss den Devisenhandel mit 99,88 US-Cents nur ganz knapp unter Augenhöhe. Der Austral-Dollar, der in den vergangenen Tagen ein 12-Jahreshoch erreicht hatte, stieg im Handel auf 92,29 zum US-Dollar. Auch der Real zog an.

Und von China wird erwartet, dass es schon bald den Renminbi nach über zwei Jahren Pause weiter nach oben schleusen wird, weil US-Finanzminister Tim Geithner die Entscheidung darüber, ob der Renminbi „manipuliert“ wird, auf die Zeit nach dem 15. April verschoben hat, das ursprünglich geplante Datum für sein brisantes Votum.  

Der Austral-Dollar konnte in den vergangenen 12 Monaten satte 29% gegenüber dem Greenback zulegen. Der brasilianische Real kletterte gegenüber der US-Währung 26%, der Kanada-Dollar stieg 24%.

Die Gründe für den Siegeszug dieser Währungen sind jeweils etwas unterschiedlich.

In Australien helfen neben der erfreulichen Konjunktur – das Land vermied als einzi-ges entwickeltes Industrieland eine Rezession – auch die fünfte Leitzinsanhebung seit Oktober sowie eine solide Handelsbrücke ins boomende Asien. China ist der größte oder zweitgrößte Abnehmer für mehrere von Australiens führenden Exportgütern, darunter Kohle, Gas und Eisernerz.

In Brasilien helfen ebenfalls die Rohstoff-Story und wachsende Handelsverbindungen mit China, aber auch der sich abzeichnende Schwenk zu einer strikteren Geldpolitik und die gerade erst bekannt gegebene Entscheidung von Notenbankchef Henrique Meirelles, doch nicht in die Politik zu gehen, sondern an der Spitze der Zentralbank zu bleiben. Das gibt den Märkten mehr Vertrauen in den Real, der zu Jahresbeginn darunter gelitten hatte, dass die Sorge um Griechenland zunahm.

Im Falle Kanadas kommen zahlreiche Faktoren zusammen, die an dieser Stelle schon mehrmals aufgezählt wurden: Vergleichsweise solide Haushaltspolitik, Banken, die mit einem blauen Auge davonkamen – jedenfalls ohne Bailout – ein robuster Immobilien-markt, der zwar vielen Höhenangst verursacht, aber sowohl von einer deutlich konservativeren Finanzierungsmentalität als in den USA geprägt ist als auch von stetiger Einwanderung, die für organisch wachsende Nachfrage sorgt.

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