Verfasst von: markusgaertner | April 6, 2010

Fed: Arbeitsmarkt und Kredite bremsen USA

Fed-„Minutes“ sehen wenig Wachstum

bei viel Gegenwind 

Vancouver, 6. April 2010

Selbst die schlauen Köpfe bei der Fed können sich aus der US-Konjunktur noch keinen klaren Reim machen. Die Publikation des Protokolls aus der Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses vom 16. März enthüllt, wie die geldpolitische Garde der Notenbank jeden Stein umdreht, um ein Zeichen für eine nachhaltige Konjunktur zu finden, aber trotzdem

nicht so recht fündig wird.

Ja, im März wurden 162.000 Jobs geschaffen, mehr als in jedem anderen Monat seit 2008; ja, die Industriefertigung expandierte zuletzt  so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Aber nein, der Immobilienmarkt – Epizentrum für die ausklingende Krise – sah jetzt drei Monate in Folge fallende Verkäufe existierender Häuser, zudem bleibt die Arbeits-losenrate unverändert und die Einkommen stagnieren.

Im Klartext: Die einen ziehen, die anderen bremsen.

Bezeichnend ist folgendes Zitat aus den Fed-„Minutes“ (Protokoll):

„Während die jüngsten Daten auf eine sichtbare Zunahme des Konsums im ersten Quartal hinweisen, waren sich die Teilnehmer des Treffens einig, dass den Aus-gaben der privaten Haushalte durch den schwachen Arbeitsmarkt, geringere Immobilienvermögen, strikte Kreditvergabe und moderate Einkommenszuwächse Grenzen gesetzt werden“.

Der Blick auf das erste Quartal 2010 sieht so aus: Die wirtschaftliche Aktivität expan-dierte moderat, Ausrüstungsinvestitionen nehmen Fahrt auf, Konsumausgaben be-schleunigten sich im Januar.

Die Beschäftigungssituation hätte sich ohne die Schneestürme wahrscheinlich schon im Februar verbessert. Und die Produktion im gewerblichen Sektor (Grafik) nahm in Erwartung steigenden Konsums zu.

Die folgenden Grafiken stammen von der Fed in St. Louis:

Negativ werden für die ersten drei Monate der immer noch schwache Immobilien-markt und die Schwäche im Baugewerbe (Grafik) vermerkt.

Die Schwäche im Baugewerbe drückt sich auch am Arbeitsmarkt aus

Bei der Fed freut man sich, dass die Auslastung der Fertigungskapazitäten deutlich über das Tief vom Juni 2009 hinausgeht und weiter ansteigt, obwohl sie weit unter dem langfristigen Schnitt bleibt.

Mit Blick auf die Einkommen der privaten Haushalte (Grafik) muss die Fed eingeste-hen, dass sie die Konjunktur weniger stützen als noch bei dem Treffen im Januar er-wartet worden war.

Der Ausblick für die US-Wirtschaft wird noch etwa so bewertet wie bei dem Januar-treffen des Offenmarkt-Ausschusses. Wegen der expansiven Geldpolitik wird in den kommenden zwei Jahren eine „moderate“ Erholung erwartet. Dennoch seien wegen der „unvorteilhaften Nachrichten vom Immobiliensektor“ leichte Abstriche  („modest downward adjustments“) an der BIP-Vorhersage gemacht worden.


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