Verfasst von: markusgaertner | März 27, 2010

China als Jobkiller

US-Protektionisten wetzen die Messer

Vancouver, 28. März 2010 

Mitte April muss US-Finanzminister Timothy Geithner entscheiden, ob der chinesische Renminbi eine manipulierte Währung ist.

Im Vorfeld nehmen die Spannungen zwischen China und den USA weiter zu. Sie werden angefacht durch amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan, dem von Google angedrohten Rückzug aus China sowie dem anhaltend schwachen US-Arbeitsmarkt, der vor allem die Demokraten im Kongress vor den Zwischenwahlen enorm unter Druck setzt. 

So kurz bevor Geithner darüber entscheidet, ob der Renminbi als Brechstange gegen die US-Industrie eingesetzt wird, kommen alle möglichen Think Tanks, Lobbyisten und Chinabasher aus ihren Löchern. 

So auch das Economic Policy Institute, das 1986 in Washington DC als unabhängige Organisation gegründet worden war, um in der öffentlichen Diskussion über die richtige Wirtschaftspolitik die Interessen von Beschäftigten mit mittleren und geringeren Einkommen zu stärken. 

In seinem Briefing Paper 260 hat das EPI jetzt unter der Überschrift „Unfair China Trade Costs Local Jobs“ eine brisante Rechnung aufgemacht. 

 

Das Fazit des Papiers: Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO Ende 2001 habe einen dramatischen Effekt auf die US-Arbeiterschaft gehabt. 

Die USA hätten seitdem als Folge des Warenaustauschs mit der Volksrepublik Auslandsschulden angehäuft und Exportkapazität eingebüßt. Das wachsende Defizit mit China habe sich dabei als entscheidender Faktor für die Krise im gewerblichen Sektor in Amerika erwiesen. 

Zwischen 2001 und 2008 seien 2,4 Millionen US-Jobs verloren gegangen oder ersetzt worden und jeder einzelne Wahlbezirk des Kongresses sei von dem Aderlass betroffen.

Sämtliche Beschäftigten in der Industrie mit weniger als vier Jahren College – also 70% der Arbeitnehmer in der privaten Industrie der USA – mussten zudem Lohnabschläge hinnehmen, rund 100 Millionen Menschen.Ein fest angestellter Arbeiter mit mittlerem Verdienst habe allein 2006 dadurch 1.400 Dollar vom Lohn verloren.

Nachfolgend noch ein Absatz aus dem Papier zu der Frage, ob es sich beim Renminbi um eine manipulierte Währung handelt: 

„A major cause of the rapidly growing U.S. trade deficit with China is currency manipulation. Unlike other currencies, the Chinese yuan does not fluctuate freely against the dollar. While the value of its currency should have increased as China exported more and more goods, it has instead remained artificially low, and China has aggressively acquired dollars to further depress the value of its own currency.   

 
 

China has tightly pegged its currency to the U.S. dollar at a rate that encourages a large bilateral surplus with the United States. China had to purchase $453 billion in U.S. treasury bills and other securities between December 2008 and December 2009, alone, to maintain this peg.

1 China has acquired a total of $2.4 trillion in foreign exchange reserves as of December 2009 (Chinability 2010). About 70% of these reserves are held in U.S. dollars. This intervention makes the yuan artificially cheap relative to the dollar.“

 

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