Verfasst von: markusgaertner | März 25, 2010

Jungarbeiter raus

Die Zukunft: Leider verpasst ?

Vancouver, 26. März 2010

Von Sydney über Vancouver bis New York und London zieht sich eine Katastrophe, die in den Medien viel zu wenig Beachtung findet. Im Sog der Finanz- und Konjunkturkrise wurde ein Großteil der jungen Generation von Berufsanfängern aus der Bahn geworfen. Sie haben viel

vor sich, aber wenig Erfahrung und kaum Perspektiven.

Seit die Rezession in den USA begonnen hat, haben fast 1,3 Millionen Teenager den Arbeitsmarkt deprimiert verlassen, weil sie keine Hoffnung mehr haben einen Job zu bekommen. In dieser Zeit – seit Ende 2007 – haben 2,5 Millionen Erwerbstätige über 55 Jahre wieder eine Beschäftigung gefunden.

Mit Zahlen wie diesen könnte der Arbeitsmarkt zum Ausgangspunkt eines Genera-tionenkonflikts werden.

Ähnlich wie in den USA (18,5%) ist auch in Europa in weiten Teilen des Kontinents die Arbeitslosigkeit unter den 16-24jährigen, die gerade ihren ersten oder zweiten Job haben auf das Doppelte des Gesamtwertes gestiegen – 20,2% gegenüber 9,9% in der EU. In Großbritannien hat die Arbeitslosenrate der Unter-25jährigen den höchsten Stand in 15 Jahren erreicht.

In einzelnen Ländern erreicht die Beschäftigungslosigkeit in dieser sensiblen Alters-gruppe albtraumartige Werte: Fast 27% in Italien, knapp über 30% in Ungarn, 34% in der slowakischen Republik.

Während in den USA seit Dezember 2007 die Beschäftigung unter den über 55jährigen um 9% zugenommen hat (Grafik), ging sie bei den unter 25jährigen um 5,7% zurück.

Young Worker / Caroline, Flickr

Das ist die Generation, denen wir ohnehin geplünderte Kassen sowie massive Umwelt- und Klimaprobleme hinterlassen. Jetzt geben wir fast der Hälfte von ihnen nichtmal die Chance, sich eine stabile Existenz aufzubauen und sich für die dürren Jahre, die den Westen erwarten, ein finanzielles Polster anzulegen.

Was das auf Dauer bedeutet, hat Tom Mroz ausgerechnet, ein Wirtschafts-Professor an der Clemson-Universität in South Carolina. Er sieht einen Einkommensrückgang um 2% für 10 Jahre, wenn jemand in dieser Altersgruppe sechs Monate arbeitslos war.

Schon lange bevor diese „Spätfolgen“ eintreten, erleiden die jungen Karriereeinsteiger Schaden, zum Beispiel wenn sie bei der Vergabe von Ferienjobs den Kürzeren ziehen.

US-Zeitungen berichteten schon im Sommer 2009, dass viele Firmen wegen der hohen Zahl von Arbeitslosen und dem daraus resultierenden Druck auf die Löhne lieber erfahrene – also ältere – Ferienarbeiter einstellten.

Für viele Studenten, die in den USA oft recht hohe Gebühren für ihre Colleges und UNIs zahlen müssen, bedeutet das im schlimmsten Fall eine längere Ausbildungszeit und einen noch späteren Berufseinstieg.

So konnten 2009 nur 32,7% aller Teens zwischen 16 und 19 Jahren einen Sommerjob ergattern. Das war die geringste Quote seit Beginn der Erhebung dieser Zahlen im Jahr 1948. 

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