Verfasst von: markusgaertner | Februar 24, 2010

Problem-Banken

Jede dritte US-Bank ist unprofitabel

Vancouver, 24. Februar 2010

Auf den jüngsten Quartalsbericht der US-Einlagensicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) hatten viele diesmal mit großer Spannung gewartet. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen sehen zunächst recht positiv aus, werden aber umso blasser, je genauer man sie sich ansieht. Die guten Nachrichten zuerst: Erstmals in drei Jahren ging die Risikovorsorge für Wackelkredite

unter den 8.012 einlagenversicherten Banken, die an der FDIC-Umfrage teilnahmen, zurück. Die Erosion der Asset-Qualität hat sich gegen Ende 2009 verlangsamt. Zum ersten Mal seit 2007 meldete mehr als jede zweite Bank im Jahresvergleich eine Zunahme des Nettogewinns. Damit sind die positiven News aber praktisch erschöpft.

Verständlicherweise hat die FDIC diese schmückenden Daten in ihrem Bericht nach vorne gezogen.

Doch je weiter man in den Text einsteigt, desto weniger beeindruckt der Befund für die Geldbranche in den USA.

Der summierte Nettogewinn für die gesamte Geldindustrie betrug im vierten Quartal gerade einmal 914 Millionen (nicht Milliarden !) Dollar. Im Klartext: Die US-Institute haben es nur mit Müh und Not über die Null-Linie geschafft. Und „viel vom Gewinnzuwachs über das Jahr geht auf das Konto der größten Banken“, stellt die FDIC fest.

Aber der Gewinn der Geldzunft im Jahr 2009 bleibt insgesamt deutlich hinter der historischen Norm zurück. Erwirtschafteten alle FDIC-gesicherten Banken in den USA 2009 zusammen einen Gewinn von 12,5 Mrd. Dollar, so waren es 2007 – vor Ausbruch der Krise  -noch 100 Mrd. gewesen.

Auch die Kreditausfälle nahmen im 12. Quartal in Folge zu. Und die Nettoabschreibungen erreichten den höchsten kollektiven Industriewert in 26 Jahren.

Die ausstehende Kreditmenge schwand im sechsten Vierteljahr hintereinander und nahm im Dezemberquartal um 129 Mrd. Dollar weiter ab, 1,7%.

Mit 140 Bankpleiten wurde 2009 zudem die höchste Zahl seit 1992 registriert. Die Zahl der Problembanken – die 2008 noch bei 252 und 2007 bei 76 gelegen hatte – stieg zuletzt auf 702 an. Der Versicherungsfonds der FDIC weist nun ein Defizit von knapp 21 Mrd. Dollar aus. Nach 12,08% vor Ausbruch der Krise sind jetzt satte 29,52% der Berichtsbanken unprofitabel.

Es liegt nahe zu vermuten, dass die Wahrheit noch düsterer aussieht als der Bericht. Denn die Zahl jener Banken, die der FDIC ihre Daten weiterreichten, hat von 9.181 vor sieben Jahren auf jetzt nur noch 8.012 abgenommen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: