Verfasst von: markusgaertner | Februar 24, 2010

Immobilien-Rückschlag

Verkauf neuer US-Häuser                                         

auf historischem Tief

Vancouver, 24. Februar 2010

Es ist alles andere als eine gute Zahl, die das US-Handelsministerium am Mittwoch zum Immobilienmarkt veröffentlichte. Im Januar sind die Verkäufe neuer Häuser auf 309.000 zurückgegangen – ein Minus von 11,2% und ein neues historisches Tief. Autsch ! Das ist nicht die Art von News, die eine Fortsetzung der

Erholung belegen würde, im Gegenteil. Das riecht nach Rückschlag.

Gestern hatte schon das Conference Board einen schweren Einbruch des Konsumenten-Vertrauens im Februar gemeldet.

Und die Quartalsanalyse der Einlagensicherung FDIC für Ende 2009 – ebenfalls am Dienstag veröffentlicht – zeigt, dass fast jede dritte Bank in den USA keine Gewinne macht; die Fabelzahlen der vergangenen Monate in der US-Bankenbranche stammen allesamt von den großen Instituten, die von der bankenfreundlichen Obama-Administration ausgebailt worden sind.

Ein Arzt, der bei seinem Patienten so starke Schwäche-Symptome entdeckt, würde umgehend ein EKG machen, nicht erst den Puls messen. Von solcher Dringlichkeit ist jedoch in Washington derzeit nichts zu spüren.

Wieder mal, so heißt es zumindest in den Medien, sind die Analysten von diesen Zahlen überrascht.

Lernen die eigentlich nie dazu ?

Wer sich ständig von der Wall Street-Mafia mit Informationen und Einschätzungen füttern lässt, der bekommt nie mit, wie sehr diese Krise die amerikanische „Main Street“ verwüstet hat ….

So wenige neue Häuser wurden in den USA seit fast 50 Jahren nicht mehr innerhalb eines Monats verkauft. Und der Rückgang von 11,2% stellt den dritten Minusmonat in Folge dar, trotz der starken Unterstützung aus dem Obama-Programm für den Markt.

Steinhaus: Nicht gerade neu, aber cool / Jsome1, Flickr

Bei den Bankern – genauer gesagt ihren Analysten – schiebt man den Absturz auf das Wetter. Wir alle haben die Bilder im Fernsehen von den schweren Schneestürmen an der Ostküste der USA gesehen, der nächste ist schon im Anmarsch. Und sicher hat es eine Rolle gespielt, dass ganze Städte wie Washington und New York im Schnee versanken.

Doch das ist nur ein Bruchteil der USA. Überdies: Der starke Rückgang wurde von den Erbsenzählern des Handelsministeriums in allen Teilen der USA, auf ganzer geografischer Breite registriert. Die Neubaupreise sind damit folglich innerhalb eines Monats um 5,6% auf jetzt 203.500 Dollar zurückgegangen, im Landesschnitt versteht sich.

Das sind derzeit 150.406 Euro für ein Haus in den USA. Dafür gibt es in Deutschland allenfalls ein Reihenhaus in Hoyerswerda, oder eine kleine Eigentumswohnung im langsam aber sicher verödenden Nordschwarzwald.

Housing-Verfremdung / quapan, Flickr

Diese Zahlen nähren Zweifel an der Nachhaltigkeit der begonnenen Erholung, vor allem mit Blick auf einige der Anreize, die die Obama-Administration in den kommenden Monaten zurückfahren will. Eine 1,25 Billionen Dollar umfassende Initiative der Fed, die die Hypothekenzinsen niedrig halten soll, läuft am 31. März aus. Die Abschreibungsmöglichkeiten für Häuserkäufe enden im April.


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