Verfasst von: markusgaertner | Februar 23, 2010

Konsumenten-Crash

US-Konsumvertrauen bricht im Februar scharf ein

Vancouver, 23. Februar 2010

Das Vertrauen der US-Konsumenten in die nähere Zukunft erlitt im laufenden Monat wegen anhaltend hoher Sorgen über Arbeitslosigkeit einen überraschend scharfen Rückschlag. Das Conference Board meldte am Dienstag, der Vertrauens-Index seit um fast 11 Punkte auf 46 gefallen. Erwartet hatten die – wie üblich – sensationell gut vorbereiteten Analysten (oder auch nur gut eingenordet

vom eigenen Propaganda-Apparat) einen Rückgang auf lediglich 55.

Erst ab einem Indexstand von 90 und mehr sieht das Conference Board die Konjunktur auf solidem Grund. Der für den Februar gemessene Wert ist auch deutlich unter jenen 61,4 Punkten, die im September 2008 gemessen worden waren, bevor die Finanzkrise sich zuspitzte.

Laut der Einschätzung des Conference Board ist es eine Kombination aus Einkommen und Job-Ängsten, die die US-Konsumenten auf den Zehenspitzen – und mental im Keller – halten.

Ein kleiner Spaziergang durch die schöne und umfassende Aufstellung „National Economic Trends“ der Fed von St. Louis schärft den Blick dafür, was die US-Konsumenten so verunsichert.

Beobachtung Nummer eins: Immer weniger Amerikaner über 16 Jahren haben überhaupt noch einen Job, der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung geht scharf zurück. (Kein Wunder, dass die Produktivität seit Monaten drastisch zunimmt, wer verängstigte Leute beschäftigt, braucht keine Roboter…)Beobachtung Nummer zwei: Die Arbeitslosigkeit dauert im Schnitt immer länger an. Wer also seinen Job einbüßt, hat für lange Zeit ein Problem.

Beobachtung Nummer drei: Die Einkommen stagnieren, für viele sinken sie sogar …

Beobachtung Nummer vier – Die, die noch einen Job haben, arbeiten immer weniger Wochenstunden (ohne Lohnausgleich natürlich, dieses Wort gibt es im Vokabular von Amerikanern gar nicht) 

Beobachtung Nummer fünf: Mehr noch, der Lohn je Arbeitsstunde geht auch zurück. Von allen Seiten baut sich also Druck gegen die US-Konsumenten auf.

Beobachtung Nummer sechs: Die Neigung zu konsumieren nimmt auch deshalb stark ab, weil die Amerikaner ihre Familien-Finanzen wieder in Ordnung bringen. Die Sparquote steigt, um weiteres Ungemach besser abzufedern und Schulden abbezahlen zu können.

Beobachtung Nummer sieben: Der ANGST-Faktor, dieses deutsche Wort gibt es ja auch im englischen. Die amerikanischen Konsumenten haben nicht nur Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes ….

Beobachtung Nummer acht:  …. sondern auch vor steigenden Zinsen, die die Tilgung bestehender Kreditkartenschulden, Autokredite, Studentenkredite, Hypotheken und anderen Verbindlichkeiten verteuern.

Beobachtung Nummer neun: Die Preise. Sie haben wieder Aufwind, sichtbar vor allem beim ständigen Besuch an der Tankstelle und im Spupermarkt:

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