Verfasst von: markusgaertner | Januar 27, 2010

Amerikas Tech-Debakel

Die letzte Hochburg der USA wankt                            

Vancouver, 27. Januar 2010

Das Handelsdefizit der USA wuchs laut den gerade publizierten Daten des Census Bureau im November nur langsam. Doch die Einfuhren von Technologiegütern beschleunigen sich atemberaubend. Das explodierende

Defizit im Außenhandel mit High Tech-Produkten beginnt zu unterminieren, was lange als die eigentliche Stärke der USA angesehen wurde: Die Innovations- und Führungskraft bei modernsten Technologieprodukten für Computer, Raumfahrt, Pharma etc. Das Defizit schoss im November auf 8,3 Milliarden Dollar hoch und war fast 40% höher als im September 2009. Auf jeden Fall hat es die alte Rekordmarke vom September 2008 übertroffen.

Alan Tonelson, der der U.S.-China Economic and Security Review Commission angehört, warnt bereits, dass aus einem der größten Assets der USA eine Schwäche wird. Und es ist kein Zufall, dass Tonelson diese Warnung ausspricht, denn China ist für einen Großteil dieser Erosion verantwortlich. Bei den vom Census Bureau als wissens-intensiven Produkten klassifizierten Gütern erwirtschaften die USA mit China bereits ein Defizit von 66 Milliarden Dollar im Jahr, berichtet die Science Foundation in den USA.

Bei diesen Produkten geht es um eines der dicksten und zukunftsträchtigsten Geschäftsfelder im Welthandel. Ihr Volumen beträgt für Halbleiter und Kommunikationsprodukte 445 Milliarden Dollar, pharmazeutische Produkte 319 Mrd. wissenschaftliche Instrumente 189 Mrd, Luft- und Raumfahrt 153 Mrd. sowie 114 Mrd. für Computer und Büromaschinen.

In den USA macht der Handel mit diesen Technologie-Gütern seit zwei Jahrzehnten etwa 20% des gesamten Außenhandels aus. Satte Überschüsse erzielt Amerika dabei vor allem im Luftfahrtbereich, wo Boeing und die bekannten Rüstungskonzerne dank anhaltender Vorsprünge gut verdienen. Doch im Bereich Informations- und Kommunikationsprodukte wächst das US-Defizit rasant. Warum, das zeigt die Grafik, in der Chinas Aufstieg als Exportweltmeister im High Tech-Sektor deutlich wird.

Boeing 777 - In der Luftfahrttechnik erzielen die USA satte Überschüsse - Wie lange noch ?

Die Volksrepublik konnte ihren Weltmarktanteil am Value Added, also dem eigenen Input, in den global gehandelten High Tech-Produkten von mageren 2,7% im Jahr 1995 auf zuletzt über 13% ausbauen. Während dieser Zeit stagnierte der Anteil der EU bei 32%, Japans Weltmarktanteil ging von 24 auf 13% zurück, der US-Anteil schwand von 22,5% auf 17,4% dahin.

Chinas Vormarsch sieht am beeindruckendsten im Bereich Kommunikationsprodukte wie Computer und Chips aus. Chinas Anteil an den globalen Exporten wuchs in diesem Segment in den vergangenen zehn Jahren um fast 400% an, von 4% auf 15%.


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