Verfasst von: markusgaertner | Januar 25, 2010

Kollaps 2.0

US-Hausverkäufe brechen wieder

deutlich ein                          

Vancouver, 26. Januar 2010

Es war wie ein großer Feldversuch, und er ging ordentlich in die Hosen: Die US-Hausverkäufe, gepuscht von den Anreizen der Obama-Administration, brachen im Dezember um knapp 17% ein. Booooofff ! Der

 schlimmste Einbruch seit den 60er Jahren.

In den Monaten zuvor hatte das Angebot, den Erwerb existierender Häuser steuerlich mit bis zu 8.000 Dollar zu fördern, über die Hälfte des Marktes beflügelt. Eine Staatskneten-Party im Mutterland des Kapitalismus. Und dann sah es so aus, als würde das Programm auslaufen. Das führte im November zu einem letzten Ansturm, der die Verkäufe kräftig anheizte. In den drei Monaten bis Ende November stiegen die Verkäufe um 28% an !

Ohne Adrenalin und Regierungs-Krücken ging der Markt im letzten Monat 2009 dann aber wie von Blei beschwert nach unten. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass der Immobiliensektor zwei Jahre nach Ausbruch der Krise noch nicht wieder auf eigenen Beinen stehen kann, dann wurde er jetzt geliefert. Und das verheißt für die kommenden Monate gar nichts Gutes.

Die National Association of Realtors, der amerikanische Berufsverband der Immobilien-Makler – der die „Existing Home Sales“ monatlich publiziert – versuchte Gutes an den Horrorzahlen zu finden. Dabei blieb der Hinweis nicht aus, dass die Dezember-Verkäufe trotz des desaströsen Einbruchs noch 15% über denen des Dezember 2008 lagen und das Gesamtjahr 2009 eine Verbesserung um 4,9% brachte, der erste Zuwachs seit 2005.

Doch das belegt nur eines: Die staatlichen Subventionen haben den Markt angeheizt und die „echte“ physische Nachfrage des Marktes vorgezogen. Das verspricht Katerstimmung, wenn die zweite Phase der Steueranreize ausläuft. Daher erwarten Makler im Frühjahr nochmal einen weiteren Schub bei den Verkäufen. Der Junkie bekommt derzeit seine zweite Spritze. Doch dann geht´s ab in die Entziehungskur.

Der US-Immobilienmarkt legt wieder den Rückwärtsgang ein - Foto von "Mr. Littlehand", FLICKR

„Der Kollaps der Dezemberzahlen legt nahe, dass die Nachfrage ohne den Schub von der steuerlichen Seite schwach bleibt“, urteilt denn auch Michael Gregory, ein Analyst bei BMO Nesbitt Burns in Toronto. Doch auch hier bricht es aus der berufs-optimistischen DNA des Bankers heraus, Gregory kann sich nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass im Dezember erstmals seit dem Juli 2006 der durchschnittliche Häuserpreis in den USA wieder im Jahresvergleich gestiegen ist. Kein Wunder, wenn Adrenalin literweise verabreicht wird.

Führende Blogs in den USA kommentieren die Zahlen realistisch und objektiv: „Die Lemminge machen langsamer„, urteilt Seeking Alpha über die steuergedopte Herde, deren landesweite Nachfrage jetzt wieder auf das Niveau von Mitte 2002 geplumpst ist. Es ist die Erschöpfung nach einer Orgie, mit einem Unterschied: Der Gastgeber füllt wie bei einer Wasserfolter dem ausgelaugten und betäubten aber stets gierigen Opfer mit dem Trichter immer noch kräftig nach …


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