Verfasst von: markusgaertner | Januar 18, 2010

Die Fed kauft es

US Notenbank hat sich mit Häusermarkt verhoben                   

Vancouver, 18. Januar 2010

Die Kurve sieht atemberaubend aus. Sie schießt von Null auf fast eine Billion Dollar. Und das zwischen Januar und Dezember 2009. Es geht um die Käufe hypothekenverbriefter Wertpapiere durch die Fed. Auf diesem grafischen Steilhang könnte man den nächsten Super-G der Herren austragen. Eine lange Auslaufzone

wäre nötig, um Genickbrüche zu vermeiden. Die Fed hat sich im vergangenen Jahr mit enormer Wucht gegen den Abwärtstrend am US-Immobilienmarkt gestemmt. Geholfen hat es wenig.

„Ich gebe die Frau dazu“ ! – der Hinweis auf dem Verkaufsschild zeigt, wie verzweifelt die Situation für viele am Häuslemarkt geworden ist – Foto: Samismail, FLICKR

Dafür haben die 7,2 Millionen Amerikaner gesorgt, die in der Rezession den Job verloren. Zusammen mit sinkender Wochenarbeitszeit für die Noch-Jobbesitzer, stagnierenden Löhnen, geringeren Limits auf Kreditkarten und anhaltendem Kreditkollaps hat das dem Wohnungs- und Häusermarkt – der Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise war und für eine Erholung kritisch ist –  ein verlorenes Jahr beschert. Die Zahl der Neubauten (Housing Starts) blieb das ganze Jahr über flach, trotz der dicken Adrenalin-Spritze, die Benny-Boy Bernanke und seine Kohorten ansetzten.

Am Mittwoch kommen die Zahlen für den Dezember 2009 – Neubauten und Baugenehmigungen. Aber sie versprechen nicht schön zu werden, schon deshalb, weil dies die ruhigste Phase des Jahres ist und nicht nur die enttäuschenden Jobzahlen für den Dezember, sondern auch das schwache Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels bereits signalisiert haben: Der Dezember war lausig.

„Is the Crisis over?“ – Das CBS NEWS-Video wirft einen Blick auf den Markt in 2010

Dennoch werden die Neubauten wieder viel Beachtung finden, denn sie gelten als wichtiger Frühindikator für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Immerhin, die Zinsen sind im langfristigen Schnitt nicht hoch, die gefallenen Preise haben die Häuser in einigen Regionen der USA wieder erschwinglicher gemacht. Bei Auktionen greifen Investoren und Spekulanten immer öfter beherzt zu.

Doch selbst die Ratingagenturen, die – wie wir wissen bei Bedarf bisweilen nicht so genau hinschauen – sind derzeit kritisch. Moody´s hat zwar seinen Ausblick für den US-Immobilienmarkt 2010 im Dezember auf „stabil“ nach oben korrigiert.

Doch die gute Nachricht wurde gewürzt mit zahlreichen Warnungen, darunter die noch immer wachsende Zahl von Zwangsversteigerungen. 2009 waren es 3,9 Millionen. Und die Preise am Markt sind noch immer in vielen Teilen der USA unter Druck. Jede vierte Hypothek ist zudem „unter Wasser„, die Bankschulden übersteigen den verbliebenen Wert des Hauses.


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