Verfasst von: markusgaertner | Januar 1, 2010

Ausgeraubt

Wo die meisten Jobs entstehen                           

Vancouver 1. Januar 2010

Das vergangene Jahrzehnt hatte es in sich, und es war schwer verdaulich: Große Börsenblasen, die Terrorgefahr, Seuchen wie SARS und H1N1, das schmetternde Auftauchen Chinas auf der ökonomischen

Weltbühne und die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.

Deshalb widmet sich dieser Blog im ersten Beitrag des neuen Jahrzehnts denen, die zu den Opfern der weltweiten Rezession zählen. Allein in den USA haben über sieben Mio. Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. In Europa grassiert die Arbeitslosigkeit vor allem unter jungen Menschen. Sie liegt jetzt bei 43% in Spanien für Berufseinsteiger im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. In den USA liegt der Anteil bei 19,1%.

Der Grund dafür ist schnell ausgemacht: Die Sektoren, die bevorzugt junge Menschen beschäftigen – darunter Fast Food, das Baugewerbe, der Einzelhandel – sind entweder von der Rezession besonders schlimm heimgesucht worden, oder brauchen wegen des schwachen privaten Konsums länger, um sich von der Rezession zu erholen.

Die unter 25jährigen sind eine Generation, der im Zeitalter der Übertreibungen und Verantwortlungslosigkeit seit den 80er Jahren so ziemlich alles geraubt wurde: Die Pensionskassen geplündert, die Staats- und Gesundheitskassen auch. Die Eltern bringen in den schwierigen Zeiten gerade die Erbschaften der Großeltern durch. Wenig wird am Ende bleiben. Die Perspektiven sind alles andere als rosig. Und begrüßt werden diese Menschen im Arbeitsleben mit der Botschaft, dass man sie vorerst nicht braucht.

Da macht es Sinn, zu illustrieren, was das amerikanische Bureau of Labor Statisctics in dieser Woche publizierte: Eine Liste der Berufe, in denen bis 2018 voraussichtlich die meisten Jobs geschaffen werden.

Vier der sieben aussichtsreichsten Beschäftigungen werden demnach im Gesundheitssektor sein. Krankenschwestern und Altenpfleger werden wegen der Vergreisung unserer Gesellschaften stark nachgefragt werden. Computerdesigner und selbständige Berater dürften auch in größerer Zahl gesucht werden.

Für die vielen, die jetzt drastisch umdenken und eine neue Karriere planen müssen, sind das Anhaltspunkte zum Navigieren.

Nach den unerquicklichen Diskussionen um Boni und obszön hohe Bankergehälter tut der Blick auf die Liste auch jenen gut, die nicht einen neuen Job suchen oder sich umschulen lassen müssen. Die meistgefragten Berufe der nächsten Jahre werden solche sein, die nicht künstliche Werte mit dem Geld und Gut anderer Leute schaffen und dabei ganze Gesellschaften dem Bankrottrisiko aussetzen, sondern Berufe, die unmittelbar und gut sichtbar etwas für die Gesellschaft bewirken, die fühlbare Werte schaffen. Und das ist etwas, was hoffentlich die kollektive Bodenhaftung und Bescheidenheit wieder verbessern hilft ….


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