Verfasst von: markusgaertner | Dezember 19, 2009

Der Crash 2010

Bernanke auf Time-Cover verheißt Crash                                        

Vancouver  19. Dezember 2009

Er ignorierte die Gefahren der Immobilienblase. Er gab zu Protokoll, die Banken seien gut kapitalisiert. Er vertrat die Ansicht, dass unregulierte Derivate keine Gefahr darstellten: Ben Bernanke, der mit niedrigen Zinsen als Nachfolger von Alan Greenspan die Zündschnur an die US-Konjunktur legte, wurde

in dieser Woche vom TIME-Magazin zur „Person des Jahres“ gekürt.

Fein, darüber kann man streiten, schließlich hat Benny Boy in der Krise ja beherzt die Geldschleusen geöffnet und im günstigsten Fall eine Neuauflage der Großen Depression abgewehrt. Es ist noch etwas früh, das abschließend zu bewerten.

Doch eines fiel mir an diesem Wochenende auf, als ich nachschaute, wann zuletzt das TIME-Magazin Vorgänger von Bernanke mit einem Auftritt auf der Titelseite ehrte. Zwei Mal war das der Fall in den vergangenen 20 Jahren. Als ich die Daten der entsprechenden Ausgaben studierte, gefror mir fast das Blut:

TIME ehrte am 15. Juni 1987 Alan Greenspan als  „Der Neue Mr. Dollar“ – fast genau vier Monate später, am „Schwarzen Montag“ des 19. Oktober 1987, kollabierte der DOW. Das Börsenbarometer erlitt mit einem Absturz von 22,6% den größten Tagesverlust seiner Geschichte.

TIME präsentierte Greenspan erneut auf dem Cover, am 15. Februar 1999. Diesmal dauerte es ein klein wenig länger, bis die laufende Börsenblase im Dot-com-Crash platzte. Die Nasdaq erreichte ihr Hoch bei 5.132 Punkten, am 10. März 2000.

Hätten Anleger beide Male die prominente Platzierung des Fed-Chairmans auf der TIME-Titelseite zum Anlass genommen, den Dow Jones zu shorten, sie hätten sehr viel Geld verdient ….

An sich ist es kein Wunder. Wenn Börsenrallys schon so weit fortgeschritten sind, dass sie die breite Masse der Anleger elektrisieren und die Publikumsmagazine sie zu neuen Helden erklären, dann hat das Börsenfieber offenbar die Spätphase erreicht. Zugegeben: Diesmal – im Jahr 2009 – ist es zwar keine lange währende Rally, sondern ein Sprung des DOW von 60% seit dem Tief im März. Und Bernanke erhält die Auszeichnung auch eher wegen seines Krisenmanagments.

Doch der Zusammenhang zwischen der Ehrung von Fed-Chefs auf Titelseiten prominenter Magazine und Börsencrashs – wenn auch keine unerschütterliche Wissenschaft – ist doch mehr als nur Rühren im Kaffeesatz. Eine Studie des Financial Analyst Journal vom Frühjahr 2007 fand nach Auswertung der Titelstories von Business Week, Fortune und Forbes, dass diese in der Regel das Ende extremer Performance bei Firmen und deren Börsenkursen darstellen.

Also, obacht !! Der wahre Bernanke-Put kommt vielleicht noch.


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