Verfasst von: markusgaertner | Dezember 17, 2009

Fed Up

Die Fed verteidigt ihre Politik                              

Vancouver  18. Dezember 2009

Noch ein paar Zeilen zum Belagerungszustand von Fedchef Ben Bernanke. Benny Boy kam heute seiner 2. Amtszeit einen Schritt näher, nachdem der Banken-Ausschuss im Senat mit 16:7 Stimmen einer Verlängerung zustimmte. Bernankes Amtszeit läuft am 31. Januar aus. Vorher wird der Senat noch in

einer Plenarsitzung sein endgültiges Votum abgeben.

Bernanke befreit das nicht von dem wachsenden Gegenwind, den seine Geldpolitik erfährt. Einer der zentralen Kritikpunkte jener, die ihm Versagen vorwerfen, sind die massiven Reserven, die die Geschäftsbanken angehäuft haben, sie stiegen von 45 Milliarden Dollar im September 2008 auf jetzt 900 Milliarden an.

Weil die „Fat Cats“, wie Präsident Obama zu Beginn der Woche Spitzenbanker bezeichnete, solch massive Reserven horden, um sich gesund zu schrumpfen, sehen viele Kritiker keine Chance auf eine Verbesserung der Kreditversorgung.

Die New York Fed hat nun ein Papier herausgegeben, in dem sie klipp und klar feststellt, der Geldberg in den Kellern der Banken reflektiere zwar den gigantischen Umfang der Fed-Initiativen, sage aber nichts oder wenig über die Wirkung dieser Initiativen auf das Kreditgebahren der Banken.

Begründung in dem Research-Papier in der Rubrik „Current Issues“ – „Why Are Banks Holding So Many Excess Reserves ?“ – Der Geld-Multiplikator, der laut Lehrbuch der Notenbanker höhere Reserven automatisch in eine wachsende Geldversorgung übersetze, funktioniere in der gegenwärtigen Situation nicht.

Außerdem sei eine starke Zunahme der Reserven nicht per se inflationär, weil die Notenbank unabhängig davon die kurzfristigen Zinsen steuern könne.

Ob das Papier die gewünschte Wirkung erzielen wird, ist fraglich. Die meisten Abgeordneten im Kongress sind ohnehin im Blätterwald meterdicker Reformentwürfe für den Gesundheitssektor versunken. Ihre wissenschaftlichen Gehilfen sind bereits zurück in den Wahlkreisen um Weihnachten zu feiern.

Und zu Beginn des Neuen Jahres wird Benny Boy wieder wegen der endgültigen Nominierung im Rampenlicht stehen. Ab Januar werden die Märkte zudem nicht über Geld-Multiplikatoren rätseln, sondern schlicht über die nächste Zinsanhebung ….

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com und in der SLIDESHARE-Galerie  www.slideshare.net/markusgaertner zu sehen – mit RSS-Button, damit Sie alle neuen Grafiken automatisch bekommen.


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