Verfasst von: markusgaertner | Dezember 5, 2009

Crash Talk

War´s das an der Wall Street ?                                                                  

Vancouver  5. Dezember 2009

Genau so könnte das Ende der Rally an der Wall Street aussehen: Der Dollar erwacht von den Toten, die Rohstofftitel kollabieren, der Carry-Trade bricht zusammen. Am Freitag gab uns die Börse einen Vorgeschmack davon. Nicht, dass der DOW schlapp gemacht hätte. Das Börsenbarometer in New York rettete sich

mit einem Plus von 23 Pünktchen ins Wochenende. Doch der Rest des Handesltages könnte ein ominöses Vorspiel gewesen sein.

Weil die Arbeitslosenrate in den USA überraschend von 10,2 auf 10% fiel, erinnerten sich viele Börsianer, dass die Fed ja irgendwann wieder auf die Bremse treten und die Zinszügel anziehen muss. Der Dollar legte die größte Tagesrally seit Januar hin, Gold plumpste 4,6%. An der rohstofflastigen Börse in Toronto, wo 3.500 Bergbauer notiert sind – darunter viele Goldwerte – krachte der Goldindex fast 6% in die Tiefe und radierte die Zuwächse von drei Wochen aus.

So ist es auch kein Zufall, dass sich die Doomsayer und Crash-Propheten wieder aus ihren Löchern trauen. Der bekannte Fondsmanager John Hussman prognostiziert mit 80%iger Wahrscheinlichkeit einen erneuten Crash im kommenden Jahr. Zwar war es ziemlich einsam geworden im Camp der der Pessimisten in jüngster Zeit.

Doch die nach wie vor desolate Lage der Banken sowie der Kredit-, Arbeits– und Immobilienmärkte legt nahe, dass es mit der Erholung nicht so gut steht wie von den Cheerleadern an der Wall Street vorgebetet. Die haben seit März einen wirklich guten Job gemacht und erfolgreich unsere Wahrnehmung massiert, das muss man ihnen lassen. Doch es ist an der Börse wie mit dem Bau eines Wolkenkratzers: Man kann immer noch etwas drauflegen wenn die Euphorie groß ist, aber es gibt eine physische Grenze: Die ist erreicht, wenn die Substanz sich nicht mehr selbst tragen kann.

Die nachfolgende Grafik zeigt, wie die Fed in den USA die sogenannte Monetary Base aufgeblasen hat, die Gesamtheit des kurzfristig verfügbaren Geldes. Die Geldflut hat mit nur kurzer Verzögerung ab März so ziemlich alle Boote an der Börse mit angehoben. Doch immer mehr Notenbanken beginnen, den Geldhahn langsam zu schließen. Norwegen, Israel und Australien haben den Anfang gemacht, die EZB hat in dieser Woche auch die ersten Schritte in diese Richtung verlauten lassen. Die Fed kann nicht mehr weit hinterher sein, falls sie ihrem eigenen Beige Book glaubt …

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com und in meiner SLIDESHARE-Galerie  www.slideshare.net/markusgaertner zu sehen – dort können Sie das RSS FEED nutzen, um alle neuen Grafiken automatisch zu bekommen.


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