Verfasst von: markusgaertner | Dezember 2, 2009

Haus-Preise

Fallen die Immobilienpreise

noch weiter ?                                                      

Vancouver  2. Dezember 2009

Sinkende Preise, rekordniedrige Zinsen, Konjunkturpakete und Steuererleichterungen haben sich für die Immobilienmärkte im laufenden Jahr als mächtige Stütze erwiesen. In den drei Monaten bis September stiegen die Preise gegenüber dem Juni-Quartal in Hong Kong um 11%, in Singapur um 14%, selbst in den USA

um 1,9% und in Deutschland um 0,6%.

In Asien helfen zweifellos auch gelockerte Kreditrichtlinien – wie in China – oder eine Welle der Spekulation, gespeist aus dem Carry-Trade, an dessen Quelle billige Dollar-Kredite aufgenommen und dann in höher verzinste Märkte auf der Welt geleitet werden, wo steigende Wechselkurse in der Zukunft einen zusätzlichen Gewinn versprechen.

Auch aus den USA, wo das Subprime-Debakel erst eine Solvenzkrise, dann eine Rezession und schließlich eine Eskalation der öffentlichen Schulden auslöste, kommen wieder bessere Zahlen: Der Verkauf von Neubauten stieg im Oktober um 6,2% – Die Preise fielen landesweit so langsam wie seit einem Jahr nicht mehr. Dem viel beachteten Case-Shiller-Index zufolge sind sie in 20 zentralen US-Märkten seit 5 Monaten schon wieder gestiegen. Laut der National Association of Realtors nahmen die Verkäufer gebrauchter Häuser im Oktober gar um über 10% zu.

Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie stark der Markt am Tropf der Regierung hängt. Das hat auch der Immobilienexperte Robert Knakal in seinem Blog „StreetWise“ vorgerechnet: Die meisten Hypotheken in den USA werden derzeit von der Federal Housing Administration garantiert. Die Behörde verlangt nur 3,5% Eigenkapital – oft sogar weniger – was bei einem aktuellen Durchschnittspreis für Wohnhäuser in den USA von 178.000 Dollar gerade einmal 6.230 sind.

Bei einem Steuergeschenk von bis zu 8.000 Dollar auf den Erwerb von Häusern – zunächst nur bei Erstkäufern, jetzt aber auch beim zweiten Haus – bezahlt der Staat in den USA die Leute, um Häuser zu kaufen ! Den „Tax Credit“ gibt es sogar für Familien, die mangels höherem Einkommen gar keine Steuern zahlen. Und das alles bei rekordniedrigen Zinsen, die von der Fed mit dem massiven Aufkauf von Anleihen kräftig gedrückt werden.

Die Fed kauft zudem einen großen Teil der hypothekenverbrieften Wertpapiere . Die Regierung steht in den USA mittlerweile für 92% aller Hypotheken ein. Den Staatssäckel wird das 2009 rund 15 Mrd. Dollar kosten, zwei Mal so viel wie bei der Verabschiedung des Konjunktur-Programms vorhergesagt (mal sehen, wie das  Gesundheitsbudget nach der anstehenden Reform ausfallen wird !)

Doch der staatliche Anschub ist nicht für die Ewigkeit, das würden die öffentlichen Finanzen nicht aushalten. Hinzu kommt: Das kräftige Anschieben des Immobilienmarktes konnte nicht verhindern, dass jeder vierte Hypothekenkunde in den USA nun der Bank mehr schuldet als sein Haus noch wert ist. Diese „Underwater“-Rate liegt bei Hypotheken, die 2006 aufgenommen wurden, bereits bei 40% !!! In einigen Teilen der USA sind die Preise für Häuser so tief gefallen, dass jetzt selbst Hypotheken – die vor fünf Jahren aufgenommen wurden – unter Wasser sind.

Fazit: Nicht vor 2010 wird deutlich werden, ob ein Boden bei den Preisen wirklich gefunden ist ….

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com und in meiner SLIDESHARE-Galerie  www.slideshare.net/markusgaertner zu sehen – dort können Sie das RSS FEED nutzen, um alle neuen Grafiken automatisch zu bekommen.


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