Verfasst von: markusgaertner | November 27, 2009

Dubai-Dämpfer

Schulden-Schocker bringt Realität zurück                                                                                                                    

Vancouver  28. November 2009

Wow, die Woche hatte es in sich. Die Bullen an den Weltmärkten wollten neue Höchstkurse für dieses Jahr. Und dann kam der Dubai-Schocker. Die staatliche Investment-Firma Dubai World in dem Emirat am Golf wirbelte die globalen Kapitalmärkte gehörig durcheinander, als sie um eine Atempause für 3,5 Mrd. ihrer

insgesamt 60 Mrd. Dollar Verbindlichkeiten bat.

Was dann passierte, wissen wir, es muss hier nicht wiederholt werden. Außer der Feststellung, dass der Paukenschlag vom Persischen Golf vielleicht ganz gut war, nicht nur wegen des Timings. Kurz bevor auch die letzten Bullen an der Wall Street völlig den Bezug zur Realität verloren, wurden sie wachgerüttelt. Das Epizentrum des Problems lag diesmal außerhalb der Reichweite der Washingtoner Finanzmafia, die das auf ihre Weise unter den Teppich gekehrt hätte.

Doch Dubai war nicht der einzige Paukenschlag in dieser Woche, die viele wieder auf den Boden zurück holte. Einige Nachrichten, die ebenso viel wie Dubai über den fragilen Zustand der Finanzmärkte sagen, bekamen kaum Beachtung: Zum Beispiel die Meldung, dass der Pensionsfonds der Beschäftigten in der Bank of England den Anteil von Staatsobligationen in seinem Portfolio stark reduziert hat, um dafür inflations-geschützte Anleihen zu kaufen.

Der Banknoten-Drucker De la Rue, der größte nicht-staatliche auf der Welt, erlitt im ersten Halbjahr 2009 einen Gewinnrückgang von 6,4% – und das mitten in der größten Banknotensause aller Zeiten, in der mehr Geldscheine neu gedruckt werden, als Ben Bernankes Hubschrauber je abwerfen könnten.

Zu den etwas prominenteren Meldungen gehörten zwei weitere, die das Bild gut ergänzen: Erstens, die Deutsche Bundesbank rät den Geschäftsbanken, sich die seit März verbesserte Stabilität zu Nutze zu machen und ihre Altlasten zu bewältigen, damit sie für zusätzliche Abschreibungen von bis zu 90 Mrd. Euro im kommenden Jahr gewappnet sind. Der Hintergrund der Prognose, die man einem Journalisten als „alarmistisch“ ausgelegt hätte: Verzögerte Schockwellen aus der globalen Wirtschaftskrise stellen immer noch eine Gefahr für die äußert zarte Erholung dar.

Und schließlich: Die Bank of England – schon wieder, warum nur ? – legte ein Dubai-fähiges Schock-Geständnis ab: Sie sei auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008 gezwungen gewesen, heimlich an die Royal Bank of Scotland und die HBOS knapp 62 Mrd. Pfund auszuleihen, um deren Implosion zu verhindern.

Mhmmm …. was werden wir wohl in den kommenden Monaten noch so an späten Geständnissen hören, vor allem wenn die Fed vom zunehmend ungeduldigen Kongress zu mehr Transparenz gezwungen wird ? Eine schmerzhafte, aber eine wichtige Dosis Realität, diese Woche …

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com, im XING-Profil www.xing.com/profile/Markus_Gaertner13 („Referenzen …“) und für Mitglieder der Plattform auch in meiner LinkedIn-Galerie zu sehen.


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