Verfasst von: markusgaertner | November 25, 2009

„Pretty Gruesome“

Industriekredite gehen weiter zurück                                                                        

Vancouver  26. November 2009

Von wegen Rekordgewinne: Die US-Einlagensicherung FDIC hat ihren jüngsten Quartalsbericht veröffentlicht. Fazit: Das Stress-Barometer der 8.099 Geldhäuser, die dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind, meldet erneut höheren Blutdruck. Trotz der Fabelgewinne, die die großen Häuser der Wall Street jüngst berichtet

haben.

Das sind die Highlights des Quartalsberichts über die US-Geldbranche: Der addierte Nettogewinn betrug 2,8 Mrd. Dollar; während die 112 größten Banken über 12,4 Mrd. erwirtschafteten, meldeten die 579 mittelgroßen Banken zusammen fast 3,9 Mrd. Dollar Verlust. Die über 7.000 kleineren Banken konnten mit Mühe und Not die Gewinnzone erreichen.

Die insgesamt etwas verbesserte Gewinnsituation darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche immer noch enormen Verwerfungen ausgesetzt ist. Die Krise ist alles andere als ausgestanden. Beleg: Mehr als eine von vier Banken (26,4%) erwirtschaftete im dritten Quartal Verluste.

Die Liste der „Problembanken„, die von der FDIC besonders genau beobachtet werden, wuchs von 416 Ende Juni auf jetzt 552 an. Das ist der höchste Stand in 16 Jahren – 50 Banken kollabierten in den drei Monaten bis September.

Die vielleicht unappetitlichste Zahl: Das Volumen ausstehender Kredite ging allein im Quartal um 2,8% zurück. Das ist die schärfste Drosselung seit diese Zahlen erhoben werden (1984).  Einen Hinweis auf den enormen Druck, der noch immer im System ist, liefert eine weitere Zahl: Die Risikovorsorge für Wackelkredite übertraf im vierten Quartal in Folge 60 Mrd. Dollar.

Experten sehen für das laufende Quartal noch schwächere Zahlen vorher. „Die Situation in der Industrie ist grauenhaft“, sagt der respektierte Bankenanalyst Christopher Whalen bei Institutional Risk Analytics. Seine Bestandsaufnahme: „Ein Drittel der Branche fährt derzeit im Rückwärtsgang, die geben keine neuen Kredite heraus, die sind in der Defensive; und das wird sich nicht ändern“.

Dazu passt die Warnung von Standard & Poor´s vom Mittwoch, wonach fast alle großen Banken der Welt nicht genügend Kapital haben, um ihre Risiken im Handels- und Investmentgeschäft voll abzudecken. Die Banken in Japan, den USA, Deutschland, Spanien und Italien, die in der S&P-Liste der „45 global lenders“ stehen, verfehlen demnach alle das 8%-Ziel bei der Kapitalquote.

Das ist nicht nur mit Blick auf eine möglicherweise erneut abkühlende Konjunktur brisant, sondern auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr Politiker immer weniger bereit sind, die Kapitalhilfen für die Geldhäuser unentwegt fortzusetzen. Der Hinweis von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, dass es an der Zeit sei, die Banken an „ihre Verantwortung zu erinnern“, spricht in diesem Zusammenhang Bände.

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com, im XING-Profil www.xing.com/profile/Markus_Gaertner13 („Referenzen …“) und für Mitglieder der Plattform auch in meiner LinkedIn-Galerie zu sehen.


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