Verfasst von: markusgaertner | November 22, 2009

Unter Wasser

So sieht ein Hypotheken-Massaker aus                                                                        

Vancouver  23. November 2009

Und wir alle dachten, das Beben, das Kalifornien verwüstet, käme aus dem San-Andreas Graben . Nein, es sind banale – wenn auch hypertoxische – Immobilien-kredite, die den bevölkerungsreichsten US-Staat verwüsten, und weite Teile der USA dazu. Viel wurde und wird geschrieben über die miserable

Lage am US-Immobilienmarkt. Aber die am Wochenende kursierende Aufstellung der 25 amerikanischen Städte mit den meist verschuldeten Häuslebesitzern sagt mehr als jede Behördenstatistik. Den Bock schießt die Kasinometropole Las Vegas in der Wüste von Nevada ab: 81% aller Hypothekenkunden sind dort „unter Wasser“. Das heißt schlicht aber ergreifend: Das Haus ist nach dem heftigen Wertverfall an dem eingebrochenen Markt jetzt weniger wert, als der Bank geschuldet wird.

Immerhin noch 72% der Hypothekenkunden sind in Merced, Kalifornien, „under water“. Es ist der Westen der USA, den es am schlimmsten getroffen hat. Unter den fünf am übelsten zugerichteten US-Städten bei diesem Hypothekendebakel sind drei aus Kalifornien: Merced, Modesto und Stockton.

Wie erbarmungslos wachsende Arbeitslosigkeit und hochschnallende Zinsen bei anfangs zinsfreien Hypotheken dem Markt zusetzen, zeigt auch die Aufstellung der Preiskorrekturen für Wohnhäuser. In Las Vegas waren das seit Jahresbegin 32%, in Merced 39%. Seit dem Gipfel der Immobilienrally Ende 2007 sind die Preise für Wohnhäuser in Phoenix, Arizona, um 47% abgestürzt. In Port St. Lucie, Florida – der Nummer sechs auf der Rangliste der am meisten zersausten Immobilienstädte – sind die Notierungen seit dem Gipfel 52% eingebrochen. Das Minus in Merced beträgt 72%.

Wer soll das verkraften ?, fragt man sich. Für Amerikaner, die in ihrem Haus noch einige Zeit bleiben wollen, steht der Wertverlust einstweilen nur auf dem Papier. Das ist die gute Nachricht. Doch was ist mit jenen, die zu den 7 Mill. gehören, die in der Rezession den Job verloren haben und jetzt Cash brauchen ? Oder jenen, die in eine andere Stadt umziehen müssen, um Arbeit zu finden ?

Die Konsequenz aus diesem Desaster wird ein über viele Jahre gelähmter Markt sein. Denn wer nicht unbedingt aus seinem wert-zerfetzten Haus raus muss, der wird es auch auf absehbare Zeit nicht tun. Das aber bedeutet Millionen von Amerikanern, die völlig ihre Mobilität eingebüßt haben und auf Jahre hinaus nicht als Nachfrager am Immobilienmarkt in Erscheinung treten werden. Das heißt wiederum: Lähmung der Nachfrage, stagnierende Preise, eine stark reduzierte Neubautätigkeit.

Ganz klar: Von diesem Markt wird die erhoffte Erholung nicht kommen, auch wenn schöne Statistiken über bessere Stimmung und gebremsten Preisverfall uns etwas anderes suggerieren wollen.

Die Infografik ist in voller Größe auf meiner Homepage www.markusgaertner.com, im XING-Profil https://www.xing.com/profile/Markus_Gaertner13 („Referenzen und Auszeichnungen“) und für Mitglieder der Plattform auch auf LinkedIn zu sehen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: