Verfasst von: markusgaertner | November 12, 2009

Billig-Auto

Globale Schlacht um das Aldi-Auto

Vancouver   12. November 2009

In der globalen Autoindustrie stehen die Zeichen auf Sturm. Und daran trägt nicht alleine die Rezession eine Schuld. In den Vorstandsetagen macht sich eine ernüchternde Einsicht breit, die, wenn sie sich herumspricht, den Aktionären ziemlich die Laune

verderben dürfte. Im Massengeschäft sind die westlichen Märkte – Europa und Nordamerika – gesättigt. Nichts Neues, klar, wissen wir doch längst. Aber die Konsequenz ist das Brisante: Wer künftig global wachsen will, muss das in den Emerging Markets bewerkstelligen, den Brasiliens, Indiens, Russlands und Chinas dieser Welt. You want to go big ? Sell small !  

In den Schwellenmärkten haben die Autokäufer – die von Rikschas und Motorrädern hinter das Lenkrad wechseln – noch keine so tiefen Taschen. Zwar machen Audi, BMW und andere Hersteller schöner sportlicher Edelkarossen exzellente Geschäfte in diesen aufstrebenden Märkten, doch die größten Produktionszahlen werden nicht mit S-Klasse und 7er-Reihe gemacht. Die stattlichen Verkaufszahlen kommen von kleinen Autos, die eher Schuhkartons ähneln als rollenden Raumschiffen.

Das ist der Grund, warum Renault-Nissan in dieser Woche ankündigte, in Indien gegen Tata und seinen unverschämt billigen Nano (2.500 Dollar) in den Ring zu steigen. Das haben zuvor schon Volkswagen, Toyota und GM angekündigt. Im Klartext: Die Schlacht um die Vorherrschaft beim Billigauto ist entbrannt. Sie wird rigorose Kostenkrontrolle verlangen und die Margen unangenehm drücken.

Währenddessen müssen die Luxus-verwöhnten Kunden in den etablierten Märkten den Gürtel enger schnallen. Sie haben in der Rezession viel Geld verloren: An der Börse, beim Wert ihrer Häuser. Und wenn sie entlassen wurden und wieder einen Job finden, dann nicht zu den Löhnen, die sie einmal bekamen. Mehr noch: Wenn westliche Regierungen ihren Weg aus den abgrundtiefen Etatlöchern schaufeln, kommen auch die Steuern nach oben in Bewegung. Jeden Stein werden die Finanzminister umdrehen.

Noch mehr Taschen und Autos werden an der schweizerisch-deutschen Grenze gefilzt und noch mehr Yacht-Verkäufer ausgeleuchtet. Ganz zu schweigen von dem schnell wachsenden Heer der Rentner, die über weniger Einkommen verfügen als sie während ihres beruflichen Lebens genießen durften.

Summa summarum: Auch im Westen werden relativ mehr kleinere Autos gekauft. Unter den großen Autoherstellern wird sich der globale Wettkampf noch dramatisch verschärfen, wenn in den Stammmärkten erstmal die Bevölkerungen schrumpfen und die Gürtel deutlich enger geschnallt werden. Ein Trend, den man beim Aktienkauf berücksichtigen muss ….

Die Infografik ist in voller Bildschirmgröße für Mitglieder in meinem XING-Profil https://www.xing.com/profile/Markus_Gaertner13 („Referenzen und Auszeichnungen“)

ECONCHARTcheapestcar112009


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