Verfasst von: markusgaertner | November 7, 2009

Obama-BIP

US-BIP: Das 3. Quartal geht auf Mr. Obama

Vancouver   8. November 2009

Jetzt haben wir es schriftlich: Ohne das Konjunkturprogramm der Obama-Administration mit einem Volumen von 787 Mrd. Dollar hätte es im dritten Quartal in den USA kein Wachstum gegeben.

Sie erinnern sich: Der Zuwachsbeim Bruttoinlandsprodukt für das Vierteljahr bis September wurde vom Commerce Department in Washington vor wenigen Tagen mit 3.5% beziffert. Genauso groß veranschlagt ein angesehener US-Ökonom jetzt den Wachstumsbeitrag des fiskalischen

Anschub im dritten Quartal.

Mark Zandi, der Chefökonom und Mitbegründer von Moody´s Economy.com bezifferte am 29. Oktober bei einer Anhörung vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses in einem schriftlichen Statement, das auf der Webseite des respektierten Wirtschaftsexperten vorliegt, den Push des Obama-Paketes mit genau dem Zuwachs, den die US-Konjunktur im September-Quartal aufwies.

Die von der Wall Street vorige Woche kräftig als Comeback-Kid gefeierte US-Wirtschaft würde also beim aktuellen EKG ohne die Steroide des fiskalischen Kraftaktes keine Kurve aufweisen, sondern ein Horizontale, wie bei einem Hirntoten vor dem Abnippeln. Dass es so schlecht nicht um die US-Konjunktur steht, wissen wir alle. Doch jetzt ist klar, dass Väterchen Staat nicht nur schwer die Hände im Spiel hatte, sondern die ganze Party geschmissen hat, was den BIP-Zuwachs im dritten Quartal angeht.

Interessant an dem Zandi-Statement sind mehrere Punkte: Erstens, dass der größte Wachstumsbeitrag des Konjunkturprogramms im dritten Quartal geliefert wurde. In den nächsten drei Quartalen bis Q2 2010 wird der Anteil des fiskalischen Rückenwindes langsam abnehmen. Zweitens: Erst knapp die Hälfte des Geldes wurde bislang ausgegeben, der „Life Support“ dürfte so schnell also nicht verpuffen. Drittens, das meiste Geld – gemessen am verfügbaren Budget – wurde bislang in den Einzelpositionen „Tax cuts“ und „Transfers to Persons“ (siehe Tabelle in der Grafik), also an private Haushalte „ausbezahlt“.

Das Transfergeld wanderte also in die Portmonnaies der privaten Haushalte, deren Konsum vor der Krise zwei Drittel zur gesamtwirtschaftlichen Leistung beisteuerte. Das könnte aber bedeuten, dass der Pusch, den der noch nicht in die Wirtschaft geschleuste Teil des Konjunkturprogramms auslösen kann, kleiner sein wird.

Der Dopingeffekt nimmt von hier aus ab. Und schließlich: Zandi schätzt, dass der Anschub mit Steuergeld eine Million Jobs gerettet hat, mehr als viele in der Obama-Administration veranschlagen.

Die Infografik ist in voller Bildschirmgröße in meinem XING-Profil zu sehen https://www.xing.com/profile/Markus_Gaertner13 (bei „Referenzen und Auszeichnungen“)

ECONCHARTusfiscalstimulus112009


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