Der neue “Global Economic Prospects”-Bericht
der Weltbank
Vancouver, 10. Juni 2010
Die Gute Nachricht zuerst: Die Weltbank vermag bislang noch keine größeren Auswir-kungen der Schuldenkrise in Europa auf den Rest
der Weltwirtschaft zu erkennen:

Daher geht die Weltbank davon aus, dass die globale Wirtschaft im laufenden Jahr und auch 2011 um jeweils 3,3% wachsen wird. Sollte allerdings die derzeitige Unsicherheit an den Märkten anhalten , wäre in den reicheren Ländern eine striktere Fiskalpolitik zu erwarten. Das Resultat wäre 3,1% Wachstum in 2010 und 2,9% in 2011.
Nach einem Absturz hört sich das nicht an, und das ist eine gute Nachricht.
GRAFIK zwei: Die Verschuldung der G7 erreicht wieder das Niveau, das sie nach dem Zweiten Weltkrieg hatte

Doch hier kommen die Gedanken der Weltbank zu dem Worst Case, in dem eines der Wackelländer umschulden oder den Staatsbankrott erklären muss und damit eine Ver-trauenskrise auslösen würde (haben wir die nicht schon ?): Sollte das einer der fünf größten Volkswirtschaften in der Eurozone passieren, wären zahlreiche Banken außerhalb dieser Länder in akuter Insolvenzgefahr.
In der Folge wäre der Kapitalfluss in richtung Lateinamerika und Asien “ernsthaft be-einträchtigt”.
GRAFIK drei: Die Schwellenländer treiben immer mehr die Weltwirtschaft an

Während die Börsen im Mai zwischen 8% und 17% einbüßten, zeichnete sich bereits ein “erheblicher Rückgang der Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer” ab.
Einige Schwellenländer sehen sich der Weltbank zufolge schon jetzt fiskalischen Heraus-forderungen gegenüber, darunter Indien, dessen Staatshaushalt im Finanzjahr 2009/10 bereits einen Fehlbetrag in Höhe von 9,5% des BIP erreicht.
Als eine der zentralen Gefahren der nächsten Monate sieht die Weltbank, dass niedri-gere Steuereinkünfte, geringere Erlöse aus Rohstoffexporten sowie ein verschärfter Wettbewerb um die globalen Ersparnisse private und öfentliche Investitionen abwürgen könnte.
Das Wachstum des BIP in den USA soll für ganz 2010 dank starker Quartale im zweiten Halbjahr 3,3% betragen. Für Japan werden 2,5% erwartet. Im Euroraum dagegen nur läppische 0,7%.





[...] Gaertner’s Blog gibt’s den “neuen Global Economic Prospects Bericht” zu lesen sowie die Einschätzung von Markus Gaertner [...]
Von: Aus anderen Blogs | Kapitalmarktexperten.de am Juni 9, 2010
um 21:04